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Vereinigte Staaten : Trump beleidigt Bürgerrechts-Ikone

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Donald Trump hat wieder Streit auf Twitter angefangen. Bild: dpa

John Lewis ist wegen seines Einsatzes für Schwarze fast getötet worden. Doch laut Trump steht der Bürgerrechtler nur für „Gerede, Gerede, Gerede“. Zuvor hatte Lewis erklärt, er werde nicht zur Amtseinfühung kommen.

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          Mit seinem Protestakt sorgt er im Vorfeld der Vereidigung von Donald Trump für Furore: Der afroamerikanische Kongressabgeordnete John Lewis, eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung, will der Zeremonie am Freitag zur Amtseinführung des neuen Präsidenten fernbleiben.

          Der Immobilienmilliardär reagierte wie üblich mit einer Twitter-Attacke. Lewis, der seit 30 Jahren dem Repräsentantenhaus angehört, solle sich lieber um seinen Wahlkreis im Südstaat Georgia kümmern, der in einem „furchtbaren Zustand“ und „kriminalitätsverseucht“ sei, schrieb Trump in dem Kurzbotschaftendienst.

          Weggefährte von Martin Luther King

          Er bezichtigte ausgerechnet den Mann, der wegen seines friedlichen Kampfes für die Rechte der Schwarzen wiederholt von der Polizei zusammengeschlagen und festgesetzt wurde, nur für „Gerede, Gerede, Gerede“ zu stehen. Die Attacke gegen Bürgerrechtler fuhr der künftige Präsident vor dem Feiertag an diesem Montag zu Ehren von Martin Luther King, dessen Weggefährte Lewis einst war.

          Auch Republikaner bezeichneten das als ungeschickt. Lewis verbrachte im Kampf für die Gleichheit der Schwarzen viele Tage im Gefängnis und wurde verletzt. Auch ist es sachlich falsch, dass Lewis Wahlbezirk im US-Bundesstaat Georgia, in dem viele Schwarze leben, in schlechtem Zustand wäre.  „John Lewis und sein ’Gerede’ haben die Welt verändert“, twitterte der Senator Ben Sasse. Er forderte den Demokraten aber auch auf, zur Amtseinführung zu kommen.

          Lewis begründete sein Fernbleiben von der Amtseinführung damit, dass Russland mit seinen mutmaßlichen Hackerangriffen „dazu beigetragen hat, dass dieser Mann gewählt wurde“. Die Russen hätten die Kandidatur der Demokratin Hillary Clinton zerstört.

          Donald Trump hat wieder Streit auf Twitter angefangen.

          Lewis gehört zu einer Gruppe von mindestens rund 15 Kongressmitgliedern der Demokraten, die der Einschwörung Trumps vor dem Kapitol fernbleiben wollen. Unter ihnen ist Lewis nicht nur die Figur mit dem größten Bekanntheitsgrad, sondern auch der größten moralischen Autorität. Sie reicht weit über die afroamerikanische Gemeinde hinaus.

          Lewis ist vor allem als Anführer des legendären Protestmarschs in Selma im Südstaat Alabama am 7. März 1965 bekannt. Die Demonstration für das Wahlrecht der Afroamerikaner wurde von der Polizei brutal gestoppt - weshalb das Ereignis als „Bloody Sunday“ (Blutiger Sonntag) in die Geschichte einging. Lewis, damals Anführer einer Studentenorganisation, wurde fast zu Tode geprügelt, er erlitt eine Schädelfraktur.

          Lewis, der mehrere Bücher über sein bewegtes Leben geschrieben hat, wuchs als Sohn kleiner Farmpächter in Alabama auf. Er studierte Religion und Philosophie an einer Baptisten-Universität in Nashville im Bundesstaat Tennessee und beteiligte sich, inspiriert von Martin Luther King, an friedlichen Protesten gegen die Rassendiskriminierung.

          Bei einem der sogenannten Freedom Rides, den Protestaktionen gegen die Rassentrennung in Fernbussen, wurde Lewis 1961 erstmals von der Polizei verprügelt und festgenommen. Zwei Jahre danach war der junge Mann dann einer der Anführer der Massendemonstration in der Hauptstadt Washington, bei der Martin Luther King seine berühmte „Ich habe einen Traum“-Rede hielt.

          In seinen drei Jahrzehnten im Repräsentantenhaus hat Lewis seinen Kampf für die Rechte der Schwarzen und anderer Minderheiten fortgesetzt. Im vergangenen Juni sorgte er für großes Aufsehen, als er nach dem Attentat auf einen Homosexuellenclub in Orlando an die Aktionsformen seiner jungen Jahre anknüpfte und einen Sitzstreik im Plenarsaal anführte – aus Protest gegen die Weigerung der Republikaner, über eine Verschärfung der Waffenrechte abstimmen zu lassen.

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