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Vereinigte Staaten : Panetta warnt vor Angriff auf Iran

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Verteidigungsminister Leon Panetta neben dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Martin Dempsey, am Donnerstag Bild: AFP

Der amerikanische Verteidigungsminister Panetta hat vor den Folgen eines Militärschlags gegen Iran gewarnt. Ein solcher Schritt könne „unbeabsichtigte Konsequenzen“ auf die ganze Region haben.

          Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta hat vor den „unbeabsichtigten Konsequenzen“ eines Angriffs auf die iranischen Atomanlagen gewarnt.

          Panetta sagte am Donnerstag in Washington, ein militärisches Vorgehen könne gravierende Auswirkungen auf die Region und auf die in dem Gebiet stationierten amerikanischen Soldaten haben. Eine Bombardierung der iranischen Atomanlagen verzögerte das Nuklearprogramm Teherans höchstens um drei Jahre, sagte Panetta. Ein militärisches Vorgehen gegen Teheran sollte nur der letzte Ausweg sein.

          Panetta forderte einen stärkeren wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Iran. Die Vereinigten Staaten diskutierten mit ihren Verbündeten wegen des jüngsten Iran-Berichts der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zusätzliche Sanktionen. Immer wieder hätten die Vereinigten Staaten klargemacht, dass es für sie „unannehmbar“ sei, dass der Iran Atomwaffen entwickle.

          Angela Merkel: Diplomatie ausreizen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich unterdessen dafür aus, im Atomstreit mit dem Iran die diplomatischen Spielräume auszureizen. Gleichzeitig vermied sie es in einem Interview der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstagsausgabe), einem Militärschlag eine klare Absage zu erteilen.

          „Es gibt eine ganze Reihe von Ländern auf der Welt, die militärische Optionen aus sehr grundsätzlichen Erwägungen nicht ausschließen“, antwortete sie auf eine entsprechende Frage. Sie wünsche sich aber, „dass wir die diplomatischen Spielräume ausreizen und daran kann Deutschland seinen Beitrag leisten“.

          Iran droht mit Vergeltungsschlägen

          Iran drohte dem Westen im Falle eines Angriffs mit Vergeltungsschlägen. Mit „voller Kraft“ und „eiserner Faust“ werde sich sein Land verteidigen, kündigte Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei unterdessen am Donnerstag in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede an. Die IAEA in Wien hatte am Dienstag einen alarmierenden Bericht veröffentlicht. Darin dokumentieren die Atomwächter deutliche Hinweise auf ein geheimes Atomwaffenprogramm.

          Demnach hat der Iran unter anderem Sprengkapseln getestet, die für eine Atombombe geeignet wären. Außerdem seien Raketen für Atomsprengsätze vorbereitet worden. Während Israel, die Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland als Konsequenz aus dem Bericht schärfere Strafmaßnahmen forderten, lehnte die UN-Veto-Macht China am Donnerstag neue Sanktionen ab. „Wir glauben wie bisher, dass Dialog und Zusammenarbeit die einzigen zielführenden Wege sind, um die Frage des iranischen Atomprogramms richtig zu lösen.

          Druck und Sanktionen können den Kern des Problems nicht lösen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Hong Lei am Donnerstag. Zuvor hatte sich Russland ebenfalls gegen weitere Strafen ausgesprochen.

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