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Vereinigte Staaten : Kelly Craft wird neue UN-Botschafterin

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Kelly Craft wird neue UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten. Bild: AFP

Die bisherige Botschaferin Kanadas ist mit einem Kohle-Industriellen verheiratet. Bei Diskussionen um den Klimawandel wolle sie sich aus Befangenheit enthalten.

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          Nach mehr als einem halben Jahr Vakanz entsenden die Vereinigten Staaten eine neue Botschafterin zu den Vereinten Nationen. Der amerikanische Senat bestätigte die bisherige Botschafterin in Kanada, Kelly Craft, als neue oberste Diplomatin des Landes bei der UNO.

          Die oppositionellen Demokraten hatten sich der Nominierung der 57 Jahre alten Diplomatin durch Präsident Donald Trump widersetzt. Sie warfen Craft mangelnde Erfahrung vor und kritisierten ihre enge Beziehungen zur Kohleindustrie. Crafts Ehemann ist ein wohlhabender Kohle-Industrieller.

          Im Wahlkampf 2016 unterstützte das Ehepaar Kandidaten der Konservativen nach einem Bericht der „Washington Post“ mit rund 1,5 Millionen US-Dollar (1,35 Millionen Euro). Laut der „New York Times“ spendeten die Crafts insgesamt zwei Millionen US-Dollar für Trumps Wahlkampf und seine Amtseinführungszeremonie.

          Befangenheit beim Thema Klimawandel

          Bei einer Anhörung im Senat sagte die Diplomatin im Juni zu, sich bei UN-Klimaverhandlungen wegen Befangenheit heraushalten zu wollen, wenn es um Kohle gehe. Zugleich hat sie mit der Aussage für Stirnrunzeln gesorgt, sie glaube in der Klimadebatte „beiden Seiten“. Auch Trump hat immer wieder Zweifel an der menschgemachten Erderwärmung geäußert. Sie sprach sich zudem für Reformen bei der UNO und für eine fairere Lastenteilung bei der globalen humanitären Hilfe aus.

          Craft tritt die Nachfolge von Nikki Haley an. Diese war Ende 2018 überraschend aus dem Amt ausgeschieden. Seitdem war der Posten unbesetzt. Trump hatte zwischenzeitlich die damalige Außenamtssprecherin Heather Nauert zur neuen UN-Botschafterin machen wollen. Diese zog ihre Kandidatur aber zurück und begründete dies mit Strapazen für ihre Familie.

          Trump sieht die Vereinten Nationen kritisch, unter der früheren Botschafterin Haley hatten die USA einen Sparkurs eingeläutet. Trump hatte bereits im Februar angekündigt, Craft nominieren zu wollen. Er bescheinigte ihr damals, als Repräsentantin der USA einen „ausgezeichneten Job“ gemacht zu haben. Die Demokraten bemängelten bei der Anhörung Crafts im Senat im vergangenen Monat dagegen unter anderem, dass sie in ihrer bis dahin 20-monatigen Amtszeit als Botschafterin 300 Tage außerhalb Kanadas gewesen sei.

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