https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/verbuendeter-der-usa-pakistans-ex-praesident-musharraf-gestorben-18655093.html

Verbündeter der USA : Früherer pakistanischer Präsident Musharraf gestorben

  • Aktualisiert am

Der frühere pakistanische Präsident Pervez Musharraf und der frühere amerikanische Präsident George W. Bush im Jahr 2006 in Islamabad Bild: AFP

Nach den Anschlägen vom 11. September spielte Pervez Musharraf für die Vereinigten Staaten eine zentrale Rolle. Er erlaubte ihnen die Nutzung geheimer Stützpunkte.

          1 Min.

          Der frühere pakistanische Präsident Pervez Musharraf ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit in einem Krankenhaus im selbstgewählten Exil in Dubai, wie die pakistanische diplomatische Vertretung in den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigte.

          1999 hatte er als Armeechef in einem unblutigen Putsch den damaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif abgesetzt. Seine größten Feinde waren Al-Quaida und andere militante Islamisten, die mindestens drei Mal Mordanschläge auf ihn verübten. In seinen frühen Jahren als Regierungschef gewann er internationale Anerkennung durch seinen Kurs, der auf Reformen ausgerichtet war.

          Nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 in den Vereinigten Staaten wurde er für sie zu einem wichtigen Verbündeten. Er erlaubte den Vereinigten Staaten, von geheimen Stützpunkten in Pakistan bewaffnete Drohnen einzusetzen, die Tausende Menschen töteten. Im Gegenzug unterstützen die Vereinigten Staaten die pakistanische Armee mit Geld. Die angespannten Beziehungen zwischen Indien und Pakistan versuchte er zu normalisieren.

          In den späteren Jahren seiner Präsidentschaft agierte Musharraf zunehmend autoritär. So starben 2007 Hunderte Studenten, die die Einführung der Scharia forderten, als er das Militär eine Moschee in Islamabad stürmen ließ. Im gleichen Jahr löste der Tod der Oppositionsführerin Benazir Bhutto durch ein Attentat eine Welle der Gewalt in dem Land aus. Es kam zu Protesten, Musharraf verschob die Wahlen und verhängte den Ausnahmezustand.

          2008 fanden dann die ersten demokratischen Wahlen in Pakistan seit elf Jahren statt. Musharrafs Partei verlor und um einem Amtsenthebungsverfahren des Parlaments zu entgehen, gab er seinen Posten auf und floh nach London.

          Weitere Themen

          Britische Regierung droht Johnson

          Streit um Chat-Nachrichten : Britische Regierung droht Johnson

          Der Streit zwischen der Regierung von Premierminister Sunak und Boris Johnson spitzt sich zu. Wenn er ihre Position zur Corona-Untersuchung untergrabe, würden ihm finanzielle Mittel gestrichen, teilte die Regierung Johnson mit.

          Topmeldungen

          Nach „Tag X“ in Leipzig : Auf dem linken Auge blind

          SPD und Grüne sehen den größten Feind rechts. Den Feind links aber sehen sie lieber nicht. Stattdessen wird immer wieder weggeschaut oder auch offen mit Gewalttätern sympathisiert.

          Rekordtemperaturen im Ozean : Was ist in den Weltmeeren los?

          Ordentlich Druck auf dem Kessel: Seit Monaten geben anhaltende Rekordtemperaturen und historische Eisschmelzen an den Rändern der polaren Eiskappen Rätsel auf.
          Unter den zurückgegebenen Antiken aus illegalen Grabungen in Zentral- und Süditalien: Fragment eines antiken Wandgemäldes

          Illegaler Antikenhandel : Raubgut kehrt zurück nach Italien

          Der Brite Robin Symes war eine Schlüsselfigur des illegalen Geschäfts mit Antiken. Nach Griechenland erhält nun auch Italien Hunderte geraubte Kulturobjekte aus seinem Besitz zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.