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Drohung per Twitter : Verbaler Schlagabtausch zwischen Iran und Amerika geht weiter

  • Aktualisiert am

Irans Außenminister Dschawad Zarif Bild: dpa

Nach Trumps Tweet-Warnung an Irans Präsidenten hat dessen Außenminister auf gleichem Weg reagiert: „Wir sind seit Jahrtausenden da und haben den Untergang von Imperien gesehen“, warnt Zarif. „Passen Sie auf!“

          Nach der eindringlichen Warnung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump an den iranischen Staatschef Hassan Rohani per Twitter hat Irans Außenminister Mohammed Dschawad Zarif ebenfalls über den Kurzbotschaftendienst reagiert: „Wir sind nicht beeindruckt", schrieb Zarif am Montag an Trump gerichtet auf Englisch, wobei er den Tweet in Großbuchstaben verfasste. Auch Trump hatte seine Warnung per Twitter in Großbuchstaben geschrieben – dem digitalen Pendant zum Schreien.

          „Wir sind seit Jahrtausenden da und haben den Untergang von Imperien gesehen, unser eigenes eingeschlossen, das länger währte als das Leben mancher Länder“, warnte Zarif per Twitter. „Passen Sie auf“, fügte er hinzu.

          Trump hatte Rohani am Sonntag in seinem Tweet gewarnt, „niemals wieder die USA“ zu bedrohen. Ansonsten werde der iranische Präsident „Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben“.

          Zuvor hatte Rohani den Vereinigten Staaten bei einer im Fernsehen übertragenen Rede in Teheran gedroht, sie „sollten nicht mit dem Feuer spielen, dies könnten sie für immer bereuen“. „Amerika sollte wissen, Frieden mit Iran ist die Mutter jeden Friedens – und Krieg mit Iran ist die Mutter aller Kriege“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Irna den Politiker.

          Trump hat seit Beginn seiner Präsidentschaft immer wieder die iranische Führung scharf kritisiert. Er ordnete den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem internationalen Atomabkommen an – gegen den Willen der Mitunterzeichner, darunter Deutschland. Anschließend kündigte er Wirtschaftssanktionen gegen Iran an. Zugleich drohte er anderen Staaten mit finanziellen Konsequenzen, sollten sie nach November dem Iran weiterhin Öl abkaufen. Trump strebt eine strengere Nachfolgevereinbarung für das Atomabkommen an.

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