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Ukraine-Krise : Separatisten mit Schoko-Drops verjagt

  • Aktualisiert am

Herkunft hochpolitisch: Ukrainische Schokolade Bild: picture alliance / dpa

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine kämpfen nicht nur mit Waffen - jetzt wollen sie die Herzen der Bürger mit Bonbons erobern. Doch bei einer Propaganda-Veranstaltung ging das ziemlich schief - der Herkunft der Süßigkeiten wegen.

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          Auch bei Propaganda-Veranstaltungen darf der Spaß nicht zu kurz kommen, dachten sich die Separatisten-Führer im ostukrainischen Donezk. Doch an diesem Wochenende ging eine ihrer Aktionen ziemlich daneben, wie ein Blog der „Washington Post“ berichtet.

          Nach Hasstiraden gegen die „blutrünstige ukrainische Junta“ in Kiew,  packten in Kampfanzügen uniformierte Milizen Kisten mit Schokolade und Bonbons aus. Die Leckereien sollte den Kindern den vermeintlichen Befreiungskampf der Ostukraine versüßen.

          Das kam zunächst auch ganz gut an - bis jemand entdeckte, dass hier die Herzen der Bürger mit Feindprodukten gewonnen werden sollten. Denn die Süßigkeiten stammten von der Firma des in der Ukraine neu gewählten Präsidenten Petro Poroschenko - auch bekannt als der Schokoladen-König.

          Die Milizen wurden verjagt

          Die Stimmung war dahin. Mit aller Härte gingen die Menschen gegen die Bonbons vor. Sie schmetterten sie auf den Boden und trampelten die Kisten nieder. Einige der Anwesenden vermuteten sogar, es könnte sich hier um ein heimtückisches Attentat handeln und die Bonbons vergiftet sein. Der Hass ging auf die Überbringer der Geschenke über - die Milizen wurden fortgejagt. Davor ging noch ein Bonbon-Hagel auf sie nieder.

          Nicht alle brachte die Aktion jedoch in Rage. Ein älterer Herr, der das Schauspiel beobachtete, sah die Sache ein bisschen gelassener. Er merkte an:. „Wir haben im Zweiten Weltkrieg auch deutsche Zigaretten geraucht. Wo ist der Unterschied?“

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