https://www.faz.net/-gpf-90dur

Venezuela : Ermittlungen wegen Wahlbetrugs

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Bei der der Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela soll es zu millionenfachen Wahlbetrug gekommen sein. Die Generalstaatsanwältin hat die Ermittlungen aufgenommen. Doch gerade sie hat ein spezielles Verhältnis zu Präsident Maduro.

          1 Min.

          Wegen der Vorwürfe eines millionenfachen Wahlbetrugs hat die venezolanische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz Ermittlungen gegen die eigene Regierung und die Wahlbehörde eingeleitet. „Zwei Staatsanwälte ermitteln in diesem Betrugsfall bei der Wahl der Verfassungsgebenden Versammlung, nach einer Anzeige von Smartmatic“, teilte sie am späten Mittwochabend in Caracas mit.

          Der Fall ist brisant: Ortega stand lange fest an der Seite der Sozialisten, hat aber mit Präsident Nicolás Maduro gebrochen. Ortega soll schnellstmöglich des Amtes enthoben werden, zuletzt wurde sogar ihr Pass eingezogen. Sie ist eines der Gesichter der Proteste in Venezuela - sie kritisiert Maduros Pläne für eine Verfassungsgebende Versammlung scharf, deren 545 Mitglieder wurden Sonntag gewählt.

          Es sei bewiesen, dass es Manipulationen gegeben habe, hatte zuvor der Chef der für die Wahlcomputer zuständigen Firma Smartmatic, Antonio Mugica, in London mitgeteilt. Demnach sei die Zahl der abgegebenen Stimmen viel niedriger als von der Wahlbehörde angegeben.

          „Wir wissen, ohne jeden Zweifel, dass die Beteiligung bei der jüngsten Wahl für eine verfassungsgebende Versammlung manipuliert worden ist“, sagte Mugica. Rund 8,1 Millionen Menschen beteiligten sich der Wahlbehörde zufolge - andere Schätzungen gehen von maximal knapp vier Millionen Menschen aus, was einer Wahlbeteiligung von gerade einmal rund 20 Prozent entspreche. Die Wahlbeteiligung ist entscheidend, weil sie Auskunft gibt über den Rückhalt für die Pläne des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro. Befürchtet wird die Umwandlung in eine Diktatur über den Hebel der Verfassungsreform.

          Weitere Themen

          Korruptionsprozess gegen Sarkozy unterbrochen Video-Seite öffnen

          Kein langer Auftritt : Korruptionsprozess gegen Sarkozy unterbrochen

          Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy erschien am Montag kurz vor Gericht in Paris, wo er sich wegen Korruptionsvorwürfen verantworten muss. Die Richter unterbrachen die Anhörungen jedoch bis Donnerstag.

          Topmeldungen

          Korruptionsverfahren : Die kalte Wut des Nicolas Sarkozy

          Der frühere französische Präsident Sarkozy muss sich vor Gericht wegen Korruptionsverdachts verantworten. Er tritt selbstbewusst auf – und einer der drei Angeklagten erscheint am ersten Verhandlungstag gar nicht.
          Der frühere amerikanische Außenminister John Kerry bei einer Wahlkampfveranstaltung für Joe Biden im Januar 2020

          Bidens künftiges Team : John Kerry soll Klimaschutzbeauftragter werden

          Langsam nimmt das Team um den gewählten amerikanischen Präsidenten Formen an. Nachdem Biden seinen langjährigen Berater Antony Blinken als künftigen Außenminister nominierte, gibt der Demokrat nun weitere Personalien bekannt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.