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Venezuela : „Neue Komplikationen“ bei Chávez

  • -Aktualisiert am

Gebete für Hugo Chávez an Silvester in einer Kirche in Caracas Bild: dpa

Nach einer großen Krebsoperation erholt sich der venezolanische Präsident Hugo Chávez offenbar nicht so gut wie erhofft. Silvester- und Neujahrsfeiern in Venezuela wurden abgesagt und die Venezolaner aufgefordert, für ihren Präsidenten zu beten.

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          Im Krankheitsverlauf des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gibt es „neue Komplikationen“. Das sagte Vizepräsident Nicolás Maduro in Havanna. Chávez’ gesundheitliche Verfassung sei weiterhin „delikat“ und „nicht frei von Risiken“, sagte Maduro, der nach Kuba gereist war, wo Chávez am 11. Dezember zum vierten Mal wegen seiner Krebserkrankung operiert worden war. Der mit einer Tochter von Chávez verheiratete Wissenschaftsminister Jorge Arreaza teilte seinen Landsleuten mit, der Präsident habe den Jahreswechsel ruhig und in stabiler Verfassung verbracht.

          In Caracas wurden Silvester- und Neujahrsfeiern, insbesondere das traditionelle Konzert auf dem Bolívar-Platz, abgesagt. Informationsminister Ernesto Villegas forderte die Venezolaner auf, das neue Jahr zu Hause zu erwarten und für die Gesundung des Staatschefs zu beten. Eine Messe in der Franziskuskirche im Zentrum von Caracas wurde nach Worten des zelebrierenden Geistlichen ans Krankenbett von Chávez in Havanna übertragen. Auch im Regierungspalast Miraflores wurde bei einem ein Gottesdienst, an dem der größte Teil des Kabinetts und zahlreiche Regierungsbeamte teilnahmen, für die Genesung des Staatschefs gebetet.

          Rückschläge im Heilungsprozess

          Nach dem sechsstündigen Eingriff, dem sich Chávez hatte unterziehen müssen und über dessen Verlauf es ebenso wenig offizielle Informationen gibt wie über Art und Schwere der Krebserkrankung, war es offenbar immer wieder zu Rückschlägen im Heilungsprozess gekommen. Zuletzt hieß es, dass Chávez an einer Atemwegsinfektion leide. Ein Grußwort an das venezolanische Militär zum Jahreswechsel, das Maduro am vergangenen Freitag verlas, war die bislang letzte öffentliche Äußerung von Chávez.

          Wegen des jüngsten Rückfalls in seiner vor eineinhalb Jahren diagnostizierten Krebskrankheit herrscht in Venezuela große Unsicherheit über die politische Entwicklung im neuen Jahr. Der Verfassung gemäß müsste Chávez, der im Oktober für weitere sechs Jahre wiedergewählt wurde, am 10. Januar seine neue Präsidentschaftsperiode antreten. Inzwischen gilt als unwahrscheinlich, dass er dazu in der Lage sein wird. In diesem Fall müsste Parlamentspräsident Diosdado Cabello innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen ausrufen. Es wird allerdings auch über eine Verschiebung des Termins debattiert. Sollte Chávez seine neue Amtsperiode zwar beginnen können, jedoch innerhalb der ersten vier Jahre ausscheiden, müsste Vizepräsident Maduro innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen anberaumen.

          Maduro möglicher Nachfolger

          Das Regierungslager sucht auch nach Wegen, die es dem Vizepräsidenten ermöglichen, so lange wie möglich ohne Neuwahlen die Amtsgeschäfte zu führen. Chávez hatte Maduro kurz vor seiner jüngsten Operation als Stellvertreter benannt und ihn ausdrücklich als möglichen Nachfolger im Präsidentenamt empfohlen. Maduro ist zugleich auch Außenminister. Die Opposition forderte die venezolanische Bevölkerung auf, angesichts der Unsicherheit Ruhe zu bewahren und der Verfassung zu vertrauen. In ihr seien alle Regelungen enthalten, um jede Art von Krise zu bewältigen, sagte der Sprecher der Oppositionspartei „Primero Justicia“ (Gerechtigkeit zuerst), Julio Borges.

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