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Venezuela-Kommentar : Trumps Spiel

Trump nutzt die Krise in Venezuela, um einen Regimewechsel herbeizuführen, kommentiert Daniel Deckers. Bild: Reuters

Die humanitäre Krise in Venezuela sollte durch regionale Staaten und Organisationen gelöst werden. Amerika gehört nicht dazu – denn Trump instrumentalisiert die Krise für seinen Zwecke.

          Für jeden rechtschaffenen Zeitgenossen sollte es außer Frage stehen, dass die humanitäre Krise in Venezuela nach Jahren sozialistischer Misswirtschaft ein horrendes Ausmaß angenommen hat – und zwar eines, dessentwegen sich Präsident Maduro und seine Gefolgsleute im Grunde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten müssten.

          Das gilt erst recht, wenn sie die Venezolaner daran hindern sollten, Hilfsgüter aus den Nachbarländern Kolumbien und Brasilien ins Land zu bringen. Doch gerade weil es sich um einen regionalen Konflikt handelt, sollte er auch durch die Staaten und Organisationen der Region gelöst werden.

          Die Vereinigten Staaten gehören, ob mit oder ohne Trump, eher nicht dazu. Die Instrumentalisierung der humanitären Hilfe als Hebel, um einen Regimewechsel herbeizuführen, ist politisches Gift. Es zerstört die Glaubwürdigkeit der Opposition und liefert Maduro die Argumente, die er braucht, um sich und seine Militärdiktatur zum Opfer imperialer Aggression zu stilisieren. Dieses Spiel sollten die Europäer nicht mitspielen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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