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Gespräche in Oslo : Norwegen vermittelt für Venezuela

Staatschef Nicolás Maduro während eines Treffens der Internationalen Kontaktgruppe für Venezuela. Er sagte in einer Fernsehansprache, dass sein Kommunikationsminister auf einer „sehr wichtigen Mission im Ausland“ sei. Bild: AFP

Vertreter der Opposition und der venezolanischen Regierung haben in Oslo nach einem Ausweg aus der politischen Krise in ihrem Land gesucht. Die Gespräche mit norwegischen Diplomaten führten sie aber offenbar getrennt voneinander.

          Vertreter der venezolanischen Regierung und der Opposition haben sich in dieser Woche zu Gesprächen mit norwegischen Diplomaten in Oslo getroffen, um nach einem Ausweg aus der politischen Krise in Venezuela zu suchen. Das berichtete der öffentlich-rechtliche norwegische Sender NRK. Die Gespräche, die über mehrere Tage bis Donnerstag andauerten, wurden offenbar getrennt geführt. Ob es zu einem Treffen beider Seiten kam, ist nicht bekannt.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Quellen aus den Reihen der Opposition bestätigten die Gespräche. Demnach wurde die Opposition durch einen früheren Abgeordneten und einen früheren Minister sowie den zweiten Vizepräsidenten der Nationalversammlung, Stalin González, vertreten. Für die Regierung sollen der Kommunikationsminister Jorge Rodríguez und der Gouverneur Héctor Rodríguez nach Oslo gereist sein. Staatschef Nicolás Maduro sagte in einer Fernsehansprache, dass sein Kommunikationsminister auf einer „sehr wichtigen Mission im Ausland“ sei, ohne jedoch weitere Details zu nennen.

          Laut den Informationen von NRK war es das zweite derartige Treffen in Oslo. Norwegen hatte im März seine Vermittlung in der politischen Krise angeboten. Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen weiter verschärft. Nach einem gescheiterten Versuch der Opposition, das Militär gegen Maduro aufzubringen, hat das Regime die Repressionen verschärft, den Vizepräsidenten der Nationalversammlung verhaftet und die parlamentarische Immunität mehrerer Abgeordneter aufgehoben.

          Die Treffen in Oslo stellen einen neuen Versuch der Annäherung dar. Die Bemühungen müssten in Schutz genommen werden, sagte eine der Quellen aus der Opposition gegenüber der Agentur Reuters. Es sei ein ernsthafter Versuch, der Rückhalt genieße. Die Verhandlungen zielten darauf ab, Neuwahlen zu organisieren. Zuletzt saßen die beiden Seiten vor über einem Jahr zusammen am Tisch. Der Dialog scheiterte damals, woraufhin die Opposition beschloss, die Präsidentenwahlen wegen fehlender demokratischer Garantien zu boykottieren.

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