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Katholische Kirche : Vatikan verbietet Segnung homosexueller Paare

  • Aktualisiert am

Papst Franziskus am 14. März im Petersdom Bild: dpa

Zur Begründung heißt es, Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne.

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          Die katholische Kirche sieht sich nicht befugt, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Dies hat am Montag die Glaubenskongregation des Vatikan klargestellt - und für große Aufregung in der Kirche gesorgt. In dem sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) heißt es, Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die christliche Gemeinschaft sei aber aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren.

          Das Schreiben der Glaubenskongregation wurde mit Zustimmung von Papst Franziskus veröffentlicht. Hintergrund ist demnach, dass sich in einigen kirchlichen Bereichen „Projekte und Vorschläge“ verbreiten, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu segnen. Wörtlich heißt es dazu nun, es sei nicht erlaubt, „Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (...) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist“.

          Schreiben soll keine Diskriminierung sein

          Die Glaubenskongregation wies darauf hin, dass sie sich auf „die Wahrheit des liturgischen Ritus“ bezieht und das Schreiben keine Diskriminierung ist oder sein soll. Außerdem könne einzelnen Menschen mit homosexuellen Neigungen der Segen durchaus gespendet werden. Unzulässig sei aber jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkennt.

          In Deutschland stieß die Erklärung auf unterschiedliche Reaktionen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, verwies auf die Möglichkeit einer Weiterentwicklung der katholischen Lehre. Die vatikanische Behörde gebe in ihrer Erklärung nur den derzeitigen Stand der kirchlichen Lehre wieder. Der derzeitige Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland, der Synodale Weg, sei bestrebt, „gerade das Thema gelingender Beziehungen in einer umfassenden Weise zu diskutieren, die auch die Notwendigkeit und die Grenzen kirchlicher Lehrentwicklung bedenkt“, erklärte Bätzing. Die von der Glaubenskongregation vorgebrachten Gesichtspunkte müssten selbstverständlich in diese Gespräche Eingang finden.

          Zustimmung von Bischof Rudolf Voderholzer

          Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer begrüßte die Erklärung der vatikanischen Behörde. Sie knüpfe damit an die Lehre des Papst-Schreibens „Amoris laetitia“ aus dem Jahr 2016 an, in der es heißt: „Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.“

          Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert schon länger, Liebesbeziehungen von Homosexuellen zu segnen. In der evangelischen Kirche sind solche Segnungen schon weit verbreitet, vielerorts gibt es auch kirchliche Trauungen für Homosexuelle.

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