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Vatikan zu Immigrationsstreit : Ein Rosenkranz für Italien

Symbolischer Eid: Matteo Salvini mit Rosenkranz in Mailand Bild: AFP

Der Vatikan streitet mit den Rechtspopulisten in Italien über Flüchtlinge und Migration. Doch hat die Haltung der Kirche überhaupt einen Einfluss auf die anstehenden Wahlen?

          4 Min.

          Bei den Parlamentswahlen am Sonntag stehen die Namen Jorge Mario Bergoglio, Gualtiero Bassetti und Francesco Montenegro auf keinem Stimmzettel. Stünden sie dort, müssten die drei Männer mit einem eher mageren Ergebnis rechnen. Doch natürlich kandidieren Papst Franziskus und die Kardinäle Bassetti, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz, und Montenegro nicht für Sitze im Abgeordnetenhaus oder im Senat in Rom. Die drei müssen sich in ihrem Leben überhaupt keinem Wählervotum mehr stellen: Päpste sind auf Lebenszeit gewählt (wenn sie nicht zurücktreten wie Benedikt XVI. vor fünf Jahren), und auch bei den vom Papst ernannten Kardinälen endet die Amtszeit erst mit dem Ableben. Der einzige Wahlkampf, dem sich ein Kardinal stellen muss, ist jener im Konklave, sollte er Papst werden wollen. Die allermeisten Kardinäle werden nicht zum Papst gewählt, verlieren dabei aber nichts, denn sie bleiben ja Kardinal.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Das ist eine kommode Position, um sich an politischen Debatten zu beteiligen. Das haben der Papst und die Kardinäle Bassetti und Montenegro in den vergangenen Jahren fleißig getan. Vor allem beim Streit über den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten waren die Worte des Papstes und der italienischen Kirchenführung nicht zu überhören. Und die symbolischen Taten waren nicht zu übersehen: Franziskus besuchte schon wenige Monate nach seiner Wahl, im Juli 2013, die Insel Lampedusa, wo die meisten Bootsflüchtlinge im Mittelmeer europäischen Boden erreichen. Kardinal Bassetti war im September 2015 dort. Die Insel, auf halbem Weg zwischen Sizilien und Afrika gelegen, gehört zum Kirchenterritorium des Erzbistums Agrigent an der Südwestküste Siziliens. Den dortigen Erzbischof Montenegro ernannte Papst Franziskus 2015 zum Kardinal. Montenegro führt zudem die für Flüchtlingsfragen zuständige bischöfliche „Fondazione Migrantes“ sowie die italienische Caritas.

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