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Amtsinhaber während NS-Zeit : Vatikan öffnet Geheimarchiv von Pius XII.

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Papst Pius XII. hebt die rechte Hand mit dem Ring des heiligen Petrus, um einen Segen zu sprechen. Bild: dpa

Der Vatikan gewährt Zugang zu den Unterlagen des umstrittenen Pontifex. Sein Nachfolger Franziskus sagt: Die Kirche habe „keine Angst vor der Geschichte.“

          Papst Franziskus lässt das Geheimarchiv des Vatikans zum umstrittenen Pontifikat von Pius XII. während des Zweiten Weltkriegs öffnen. Die Akten sollten ab dem 2. März 2020 für Forscher zugänglich sein, kündigte Franziskus Mitarbeitern des Archivs bei einer Audienz am Montag an. Pius XII. war von 1939 bis 1958 Papst. Er wurde nach dem Krieg kritisiert, nicht entschieden genug gegen die NS-Verbrechen die Stimme erhoben und über den Holocaust geschwiegen zu haben.

          Die Kirche habe „keine Angst vor der Geschichte“, sagte Franziskus unter Anspielung auf Mutmaßungen, die betreffenden Archivbestände würden aus Angst vor belastendem Material unter Verschluss gehalten. Er sei sicher, dass „ernsthafte und objektive historische Forschung mit angemessener Kritik Momente großer Schwierigkeit, schmerzhafter Entscheidungen, menschlicher und christlicher Vorsicht im rechten Licht beurteilen wird“.

          Historiker hatten in der Vergangenheit wiederholt die Öffnung der Archive gefordert. Papst Benedikt XVI. ordnete die Archivöffnung für das Pontifikat von Papst Pius XII. im Jahr 2006 an. Seither sortierten Betreuer des Geheimarchivs die Dokumente neu und katalogisierten Quellen, sagte der Präfekt des vatikanischen Geheimarchivs, Bischof Sergio Pagano, gegenüber „Vatican News“. Der Arbeitsumfang sei „sicherlich äußerst hoch“ gewesen und sei auch heute noch nicht an einem Ende angekommen, so der Präfekt. Das vatikanische Geheimarchiv gilt als eines der bedeutendsten Archive der Welt.

          Bereits die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bemühten sich, Kritik an Pius XII. durch Teilöffnungen der Archive zu entkräften, die gewöhnlich für ganze Pontifikate erfolgen. Da die Bestände aus dem Pontifikat von Pius XII. bald vollständig katalogisiert seien, könne es zum 81. Jahrestag von dessen Wahl zum Papst geöffnet werden, erklärte nun Franziskus. 2004 hatte Papst Johannes Paul II. die Dokumente über Kriegsgefangene von 1939 bis 1947 zu Forschungszwecken freigegeben.

          Das Vorgehen von Pius XII. sei mitunter als Zurückhaltung ausgelegt worden, sagte Papst Franziskus im Zusammenhang mit dem Schweigen von Pius XII. zum Holocaust. Dieser habe vielmehr versucht, in Zeiten finsterster Dunkelheit und Grausamkeit, „die Flamme humanitärer Initiativen, im Verborgenen ausgeübter aktiver Diplomatie und eine Hoffnung auf die mögliche Öffnung von Herzen am Leben zu halten“.

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