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Nach Tod des Al-Qaida-Chefs : US-Außenministerium warnt vor Anschlägen auf Amerikaner

  • Aktualisiert am

Der getötete Al-Qaida-Chef Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten rufen ihre Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf. Nach der Tötung des Al-Qaida-Chefs könnten Terrorgruppen versuchen US-Bürger anzugreifen.

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          Nach der Tötung des Al-Qaida-Anführers Aiman al-Zawahiri durch einen US-Drohnenangriff hat das US-Außenministerium Amerikaner weltweit zu erhöhter Wachsamkeit vor Anschlägen aufgerufen. „Nach dem Tod von Al-Zawahiri könnten Anhänger von Al-Qaida oder mit ihr verbundenen Terrororganisationen versuchen, amerikanische Einrichtungen, Personal oder Bürger anzugreifen“, hieß es in einem aktualisierten Warnhinweis des Ministeriums, der am Dienstagabend veröffentlicht wurde.

          Man sei nach wie vor besorgt über die anhaltende Bedrohung durch Terroranschläge, Demonstrationen und andere gewalttätige Aktionen gegen US-amerikanische Bürger und Interessen im Ausland. Nach dem Tod des Anführers des Terrornetzwerks Al-Qaida gebe es „ein höheres Potential für anti-amerikanische Gewalt“.

          Die USA hatten Al-Zawahiri nach eigenen Angaben am vergangenen Wochenende mit einem gezielten Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet. Der 71-Jährige war Nachfolger von Osama bin Laden, dem Kopf der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit annähernd 3000 Toten in den USA. Nach Bin Ladens Tötung durch eine US-Spezialeinheit in Pakistan 2011 war Al-Zawahiri an die Spitze der Terrorgruppe aufgerückt.

          Tötung auch eine Botschaft an die Taliban

          Die in Afghanistan herrschenden Taliban verurteilten den Angriff, ohne Al-Zawahiri beim Namen zu nennen oder seine Tötung zu erwähnen. Dies sei ein klarer Verstoß gegen „internationale Prinzipien und das Doha-Abkommen“. In Doha hatten die Taliban und die USA 2020 den Rückzug aller internationalen Truppen aus Afghanistan vereinbart. Als Gegenleistung sagten die Taliban zu, Terrorgruppen keinen Rückzugsort zu bieten. Nach US-Erkenntnissen wussten Mitglieder der aktuellen Taliban-Führung jedoch, dass sich der Al-Qaida-Chef in Kabul aufhielt.

          Die USA warfen den Taliban daher vor, das Doha-Abkommen missachtet zu haben. Man habe ihnen auf verschiedenen Kanälen „sehr deutlich gemacht, dass dies ein Verstoß war“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. Die Taliban hätten sich verpflichtet, dass von Afghanistan aus keine Angriffe gegen die USA ausgingen. Al-Zawahiri habe aus Kabul seine Anhänger „aktiv ermutigt“, Angriffe gegen US-Interessen zu planen und auszuführen. Seine Tötung sei daher auch eine Botschaft an die Taliban.

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