https://www.faz.net/-gpf-7tnlc

Konflikt mit Russland : Vereinigte Staaten und Ukraine starten Seemanöver

  • Aktualisiert am

Russland verlegt den Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“ ins Mittelmeer. Bild: dpa

Die amerikanische Marine beginnt gemeinsam mit ukrainischen Streitkräften eine Militärübung im Schwarzen Meer. Russland kritisiert die Aktion als „völlig unpassend“. Separatisten im Osten der Ukraine wollen unterdessen eine Abspaltung weiter vorantreiben.

          1 Min.

          Gegen den Protest Russlands beginnen die Vereinigten Staaten und die Ukraine an diesem Montag im Schwarzen Meer ein gemeinsames Seemanöver. Ziel der dreitägigen Übung „Sea Breeze 2014“ sei das Gewährleisten der maritimen Sicherheit in einem Krisengebiet, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. An der Übung nehmen auch Kanada, Rumänien, Spanien und die Türkei teil. Russland hatte Manöver nahe dem Krisengebiet Ostukraine als „völlig unpassend“ kritisiert. Die Führung in Moskau verlegte den russischen Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“ ins Mittelmeer.

          Die nach monatelangen Kämpfen am Freitag vereinbarte Feuerpause in der Ostukraine erwies sich trotz aller Friedensbeteuerungen der Konfliktparteien am Wochenende als brüchig. Bei Granatenbeschuss kam in der Hafenstadt Mariupol eine Frau ums Leben. Auch in Donezk soll es Todesopfer gegeben haben.

          Die prorussischen Separatisten wollen eine Abspaltung von der Zentralmacht auf dem Verhandlungsweg durchsetzen. Die Aufständischen würden sich „in sieben bis acht Tagen“ in Minsk mit Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) treffen, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko dem Moskauer Radiosender Kommersant-FM. Thema in der weißrussischen Hauptstadt soll dann eine Unabhängigkeit der selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk sein. „Der mit Kiew vereinbarte Sonderstatus ist nicht endgültig“, sagte Sachartschenko. Die ukrainische Regierung lehnt eine Abspaltung ab.

          Separatisten fordern Volksabstimmung

          Der Separatistenführer Pawel Gubarew sagte, die Aufständischen hätten ihren Plan eines eigenständigen Staates Noworossija (Neurussland) in der Ostukraine nicht aufgegeben. Er forderte offizielle Volksabstimmungen in den Regionen über einen Verbleib im ukrainischen Staatsverband. „Das ist der einzige realistische Friedensplan. Wir kämpfen um ein Noworossija von Luhansk bis Odessa“, sagte Gubarew.

          Die ukrainische Regierung sorgte derweil mit Äußerungen zu Waffenlieferungen einzelner Nato-Staaten für Verwirrung. Die Vereinigten Staaten sowie Frankreich, Italien, Polen und Norwegen hätten der prowestlichen Führung jetzt eine solche Unterstützung für ihren Kampf gegen die Separatisten versprochen, sagte der ukrainische Präsidentenberater Juri Luzenko. Die Vereinigten Staaten, Norwegen und auch Polen wiesen die Angaben umgehend zurück.

          Ukraine-Krise : Waffenruhe unter Druck

          Weitere Themen

          So kontrovers lief die Impfpflicht-Debatte Video-Seite öffnen

          Bundestagsdebatte : So kontrovers lief die Impfpflicht-Debatte

          Der Bundestag hat am Mittwoch erstmals über die Einführung einer möglichen Corona-Impfpflicht debattiert. Die heutige Debatte diente dabei erst einmal zur Orientierung. Mit einer Abstimmung wird für Ende März gerechnet.

          Topmeldungen

          Liefert, was erwartet wurde: Fed-Chef Jerome Powell

          Zinsentscheidung der Fed : Geldpolitik im Inflations-Nebel

          Leitzinserhöhung im März und beschleunigter Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm: Fed-Chef Jerome Powell liefert wie erwartet. Gleichzeitig darf die Zinswende im März als Eingeständnis der Notenbanker gewertet werden.
          Ukrainische Soldaten in Kiew

          Ukraine-Konflikt : Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferungen

          Die Bundesregierung hat mit ihrer Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine großen Rückhalt in der Bevölkerung. Kanada sagt die Lieferung militärischer Ausrüstung zu. Großbritannien erwägt laut einem Bericht die Verlegung von Soldaten nach Osteuropa.