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Amerika gegen Russland : Wer ist hier „bereit für einen neuen Rüstungswettlauf“?

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Am 18. August startet eine konventionelle Mittelstreckenrakete von einer Militärbasis in Kalifornien. Bild: Scott Howe/US Department of Defense Handout/EPA-EFE/REX

Erst das Ende des INF-Vertrags, dann ein amerikanischer Raketentest – und schließlich auch noch ein Zwischenfall in Russland. Im UN-Sicherheitsrat in New York kommt es nun zum diplomatischen Showdown.

          Die Vereinigten Staaten und Russland haben sich im UN-Sicherheitsrat gegenseitig vorgeworfen, ein neues Wettrüsten anzuheizen. Der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski sagte am Donnerstag im Sicherheitsrat in New York, der Test einer amerikanischen Mittelstreckenrakete vor wenigen Tagen zeige, dass die Vereinigten Staaten „bereit für einen neuen Rüstungswettlauf“ seien. Russland dagegen setze auf einen „ernsthaften Dialog“ zur Rüstungskontrolle.

          Der amerikanische Diplomat Jonathan Cohen entgegnete, Russland und China würden von seinem Land Zurückhaltung bei der Rüstung erwarten, während sie selbst „unvermindert und unverfroren“ Aufrüstung betrieben. Der Waffentest vom vergangenen Sonntag sei „weder provokativ noch destabilisierend“.

          Russland hatte die Sitzung des UN-Sicherheitsrats nach dem Test einer Mittelstreckenrakete am vergangenen Sonntag gefordert. Amerika hatte rund zwei Wochen nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags nach Pentagon-Angaben eine landgestützte und konventionelle Rakete von mehr als 500 Kilometern Reichweite abgefeuert. Der Raketentest wäre unter den Vorgaben des INF-Vertrags noch verboten gewesen.

          Die Beendigung des Abkommens durch die Vereinigten Staaten und Russland am 2. August hat weltweit die Ängste vor einem neuen und gefährlichen Rüstungswettlauf geschürt. Das 1987 noch mit der damaligen Sowjetunion geschlossene Abkommen verbot landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

          Vorwürfe auch gegen Russland

          Im UN-Sicherheitsrat kam Cohen auch auf den atomaren Unfall auf einem russischen Testgelände vor zwei Wochen zu sprechen. „Was genau ist am 8. August in Russland passiert? Was hat die Explosion verursacht, was für ein System war es, und welchem Zweck dient dieses System?“

          Der Unfall mit fünf Toten hatte sich auf einer Plattform im Meer auf dem Testgelände Nyonoska ereignet, das rund 30 Kilometer von der Stadt Sewerodwinsk entfernt ist. Russland hat nur wenige Angaben zu der Explosion gemacht. Experten sehen das Unglück im Zusammenhang mit der Entwicklung einer atombetriebenen Rakete.

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