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Irans Präsident : Rohani bietet Amerika Kooperation an

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Irans Präsident Rohani will die heiligen Stätten im Irak „verteidigen“ Bild: AFP

Der Vormarsch der Dschihadisten im Irak könnte zu einer weiteren Annäherung zwischen Iran und Washington führen. Präsident Rohani schließt eine Zusammenarbeit im Kampf gegen die Isis nicht aus.

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          Angesichts des Vormarsches dschihadistischer Einheiten im Nachbarland Irak schließt der iranische Präsident Hassan Rohani eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten nicht aus. „Wenn wir sehen, dass die Vereinigten Staaten gegen terroristische Gruppen im Irak einschreiten, dann kann man darüber nachdenken“, sagte Rohani am Samstag vor Journalisten in Teheran. „Bisher haben wir aber von ihrer Seite keine Handlungen gesehen“, fügte er hinzu.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte am Freitag eine Entsendung von Bodentruppen in den Irak ausgeschlossen. Allerdings werde er in den kommenden Tagen eine „Reihe anderer Optionen“ prüfen. Die irakische Regierung soll bei der amerikanischen Regierung angefragt haben, ob diese die islamistischen Extremisten mit Drohnenangriffen bekämpfen könne.

          Rohani dementierte, bereits Truppen in den Irak entsandt zu haben. „Wir werden unseren Nachbarn Irak in jeder Weise unterstützen und beraten, aber eine militärische Beteiligung ist nicht angefordert worden und steht auch nicht zur Debatte“, sagte Rohani. Iran habe keine Truppen im Irak stationiert und werde auch in Zukunft dort keine Truppen stationieren, sagte Rohani. Die Zusammenarbeit mit dem Irak sei uneingeschränkt, aber im Einklang mit internationalen Gesetzen.

          Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf iranische Sicherheitskreise berichtet, dass Iran drei Bataillone der Al-Kuds-Brigaden in den Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe Isis in den Irak geschickt habe. Die Al-Kuds-Brigaden sind Eliteeinheiten der iranischen Revolutionsgarden. Rohani fügte hinzu, dass der Irak bislang noch nicht um Hilfe gebeten habe. Sunnitische Dschihadisten haben in den vergangenen Tagen große Bereiche des Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Die Regierung in Bagdad wird wie die in Teheran von Schiiten angeführt.

          Vertreter Washingtons und Teherans trafen sich in der vergangenen Woche zu bilateralen Gesprächen über das iranische Atomprogramm. Es war das erste Mal seit dem Abbruch ihrer diplomatischen Beziehungen infolge der Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran im Jahr 1979, dass sich Vertreter des Irans und Amerikas offiziell zu bilateralen Gesprächen trafen.

          Die Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isis) hatten sich am Freitag in einem Umkreis von weniger als hundert Kilometern der Hauptstadt Bagdad genähert. Sie rückten aus den Provinzen Al-Anbar im Westen, Salaheddin im Norden und Dijala im Osten vor.

          Rohani sagte weiter, im Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki sei nicht über einen iranischen Truppeneinsatz im Nachbarland beraten worden. Seit der islamischen Revolution in Iran im Jahr 1979 habe es „keinen Fall gegeben, in dem unsere Einheiten eine Operation in einem anderen Land ausgeführt haben“.

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