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Der amerikanische Chefunterhändler für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, hier im Juni bei einem Treffen mit dem russischen Vize-Außenminister Sergej Rjabkow in Wien Bild: Reuters

Vor Abrüstungsverhandlungen : Amerika und Großbritannien werfen Russland Waffentest im Weltraum vor

  • Aktualisiert am

Russland soll eine Anti-Satelliten-Waffe abgefeuert haben. Dies sei „inakzeptabel“, sagt der amerikanische Chefunterhändler für Abrüstungsfragen. Aus Moskau heißt es, bei der Untersuchung eines Satelliten sei Spezialausrüstung eingesetzt worden.

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          Die Vereinigten Staaten und Großbritannien haben Russland vorgeworfen, eine Waffe im Weltraum getestet zu haben. Die Weltraum-Abteilung der amerikanischen Armee erklärte am Donnerstag, sie habe „Beweise“ dafür, dass Moskau am 15. Juli eine Anti-Satelliten-Waffe im All getestet habe. Der Vorfall verdeutliche die „reale, ernsthafte und zunehmende“ Bedrohung für die Weltraumsysteme der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten, hieß es auf der Website des US Space Command.

          Der Chef des britischen Weltraumdirektorats, Generalmajor Harvey Smyth, äußerte sich ähnlich wie die Vereinigten Staaten. Er twitterte, die Russen hätten ein Projektil „mit den Charakteristiken einer Waffe“ abgefeuert. „Wir rufen Russland auf, weiteres solches Testen zu vermeiden.“

          Der amerikanische Chefunterhändler für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, bezeichnete den Waffentest als „inakzeptabel“. Es handele sich um eine „schwerwiegende Angelegenheit“, die bei den Abrüstungsverhandlungen mit Moskau in Wien kommende Woche angesprochen werden müsse, schrieb er auf Twitter.

          Der Chef des US Space Command, Jay Raymond, äußerte, der russische Waffentest sei ein „weiterer Beweis dafür, dass Russland fortwährend daran arbeitet, weltraumbasierte Systeme zu entwickeln und zu testen“.

          Das Moskauer Verteidigungsministerium gab an, bei dem Vorgang am 15. Juli habe ein „kleines Raumfahrzeug“ einen der nationalen Satelliten aus kurzer Distanz untersucht und dabei Sonderausrüstung eingesetzt. Die Vereinigten Staaten wandten jedoch ein, die Aktivitäten stünden nicht im Einklang mit der genannten Mission.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin hatten am Donnerstag in einem Telefonat über die Abrüstungsverhandlungen in Wien in der kommenden Woche gesprochen. Dabei geht es um ein mögliches Nachfolgeabkommen zu dem Abrüstungsvertrag „New Start“. Trump habe Putin gesagt, dass Washington ein „teures“ Wettrüsten mit China und Russland vermeiden wolle, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Demnach waren sich Putin und Trump über die „Dringlichkeit“ bilateraler Gespräche über „strategische Stabilität und Rüstungskontrolle“ einig.

          Das „New-Start“-Abkommen ist das letzte verbliebene große atomare Abrüstungsabkommen zwischen Washington und Moskau. In dem Abkommen haben sich beide Staaten verpflichtet, die Zahl ihrer Atomsprengknöpfe auf maximal 1550 zu reduzieren. Der Vertrag aus dem Jahr 2010 läuft im Februar kommenden Jahres aus.

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