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Nordkorea-Konflikt : Wie wichtig ist Guam?

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Der Tiefwasserhafen Apra Harbor ist Teil der amerikanischen Marinebasis Guam. Bild: GUAM/JEFFREY L/REX/Shutterstock

Militärische Drohungen gegen Guam sind in der jüngeren Geschichte nichts Neues. Die Pazifikinsel dient den Vereinigten Staaten als wichtiger Flotten- und Luftwaffenstützpunkt in Südostasien.

          Seit einigen Tagen steht Guam im Fokus der Öffentlichkeit. Die Gründe sind – wieder einmal – militärischer Natur. Im Atomstreit mit den Vereinigten Staaten droht Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit einem Angriff auf den amerikanischen Stützpunkt. Es wäre nicht das erste Mal, dass die kleine Pazifikinsel zu einem Brennpunkt im Konflikt ausländischer Mächte würde.

          Geographisch gesehen ist Guam die größte Insel und zugleich südlicher Schlusspunkt des 800 Kilometer langen Marianen-Archipels im westlichen Pazifik. Die Inselgruppe liegt jeweils etwa 2000 Kilometer von Japan im Norden, den Philippinen im Westen und Neuguinea im Süden entfernt. Auf 545 Quadratkilometer, was etwa zwei Drittel der Fläche Berlins entspricht, leben auf Guam rund 160.000 Menschen. Die Bevölkerung besteht zu einem guten Drittel aus Chamorro, einer Volksgruppe, welche die Insel vermutlich vor etwa 4000 Jahren von den Philippinen aus besiedelte.

          Als Kolonie von Spanien erobert

          Im Jahre 1521 erreichte der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan die Marianen, die in der Folge in das spanische Kolonialreich eingegliedert wurden. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 übernahmen die Vereinigten Staaten den Großteil des spanischen Kolonialbesitzes im Pazifik und in der Karibik, darunter auch Guam. Die übrigen Inseln des Archipels, seither als Nördliche Marianen bezeichnet, wurden von Washington an das Deutsche Reich verkauft und nach dem Ersten Weltkrieg unter japanische Kontrolle gestellt.

          Wenige Tage nach dem Überfall auf Pearl Harbour auf Hawaii griffen japanische Truppen im Dezember 1941 auch das deutlich nähere Guam an. Erst im Juli 1944 gelang es den Amerikanern, die Insel zurückzuerobern. Die Einnahme des Marianen-Archipels ermöglichte der amerikanischen Luftwaffe erstmals die großflächige Bombardierung des japanischen Mutterlandes.

          Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Guam 1949/50 eine zivile Verwaltung. Seither sind die Einwohner auch Bürger der Vereinigten Staaten, ohne allerdings ein Mitspracherecht in Washington zu haben: Der Vertreter Guams im amerikanischen Kongress besitzt kein Stimmrecht. Auch bei den Präsidentschaftswahlen werden die Bewohner der Insel nicht gefragt – wohl aber bei den Vorwahlen der Parteien.

          Amerikas Tor nach Asien

          Die strategische Bedeutung Guams für das amerikanische Militär liegt nach wie vor in der günstigen Lage der Insel: Weit vorgerückt, etwa 6000 Kilometer vom nächsten amerikanischen Bundesstaat Hawaii entfernt, bildet die Insel einen amerikanischen Vorposten am Rande Asiens. Seit Beginn des Jahrtausends, insbesondere seit dem Amtsantritt Obamas 2009, richten die Vereinigten Staaten ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf den pazifischen Raum. Damit steigt auch die Bedeutung Guams. Im Territorialstreit um das Südchinesische Meer und im Nordkorea-Konflikt sind die Andersen-Luftwaffenbasis und der Marinestützpunkt Guam von herausragender Bedeutung für die amerikanische Präsenz in der Region – geschützt von den Launen wankelmütiger Verbündeter wie der Philippinen.

          Das Militär zählt auch zu den wichtigsten Arbeitgebern auf der Insel. Im Jahre 2014 waren etwa 6000 Soldaten auf den Militärbasen Guams stationiert. Seit Beginn des Jahrtausends wurden B-52-Bomber, B-2-Tarnkappenbomber sowie Atom-U-Boote hierher verlegt. Auch die B-1-Bomber, die oft an Manövern vor der koreanischen Halbinsel teilnehmen, sind hier stationiert. Bereits 2013 drohte Nordkorea mit einem Erstschlag gegen die 3500 Kilometer entfernte Insel. Obama ließ damals als Reaktion das Raketenabwehrsystem THAAD stationieren, was wiederum das Misstrauen Chinas weckte. Doch inzwischen ist das militärische Potential Nordkoreas deutlich gestiegen – und Guam abermals in den Mittelpunkt des schwelenden Konflikts gerückt.

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