https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/usa-nato-austritt-wuerde-350-milliarden-dollar-kosten-16180384.html

Militärausgaben : Nato-Austritt Amerikas würde Europa mehr als 350 Milliarden Dollar kosten

  • Aktualisiert am

In Afghanistan (hier die Basis am Flughafen Kabul im Jahr 2013) ist die Nato immer noch engagiert. Bild: AP

Sollten die Amerikaner sich aus dem Militärbündnis zurückziehen, würde den Europäern vor allem massenhaft Ausrüstung fehlen. Fregatten, Zerstörer und Flugabwehrsysteme müssten angeschafft werden.

          1 Min.

          Eine Studie des Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) kam zu dem Ergebnis, das Europa mit Kosten von mehr als 350 Milliarden Dollar rechnen muss, sollten die Vereinigten Staaten aus der Nato austreten. Dies hatte eine noch unveröffentlichte Studie, die dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorliegt berechnet. In der Studie untersuchen Militärfachleute anhand von zwei unterschiedlichen Szenarien die Kosten, welche auf Europa zukämen, sollte eines der beiden eintreten.

          Beispielsweise müssten für ein Krisenszenario, in dem die Nato knapp unterhalb eines bewaffneten Konfliktes die Sicherung der internationalen Seewege schützen müsste, Kriegsschiffe und Flugzeuge im Wert von etwa 94 bis 110 Milliarden Dollar angeschafft werden, um die Amerikaner ersetzen zu können. Dafür sei außerdem die Anschaffung von 16 hochmodernen Fregatten im geschätzten Wert zwischen 20 und 31 Milliarden Dollar sowie zehn Luftabwehr-Zerstörer im Wert von 19 bis 21 Milliarden Dollar notwendig. 

          Im Falle eines begrenzten Landkriegs mit Russland müssten sogar noch höhere Investitionen getätigt werden. Hier rechnen die IISS-Wissenschaftler mit reinen Investitionskosten von 288 bis 357 Milliarden Dollar. Mit bis zu 78 Milliarden Dollar würde in diesem Fall die Anschaffung von bis zu 90 Batterien von „Patriot“-Abwehrraketen am höchsten zu Buche schlagen. Auf die Abwehrraketen würden schwere Kampfpanzer, Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge als nächste große Posten folgen.

          Das Auswärtige Amt in Berlin hatte zu der Studie angeregt und diese mitfinanziert.

          Weitere Themen

          Wenn „Occasus“ angreift

          Üben für den Ernstfall : Wenn „Occasus“ angreift

          Eine deutsche Panzergrenadierbrigade bereitet sich in einem Gefechtssimulationszentrum darauf vor, als Speerspitze der NATO gegen jeden Gegner anzutreten. Russlands Angriff auf die Ukraine ist allgegenwärtig.

          Berichte: USA werden Erdöl-Importe aus Russland stoppen

          Ukraine-Liveblog : Berichte: USA werden Erdöl-Importe aus Russland stoppen

          Selenskyj bereit zu Gesprächen über Donbass – aber keine Anerkennung +++ Xi fordert „maximale Zurückhaltung“ +++ Fluchtkorridor für Bewohner in Sumy und Irpin geöffnet +++ Zweiter russischer General getötet +++ Alle Entwicklungen zur russischen Invasion im Liveblog.

          Topmeldungen

          Im Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken: Zwei Soldaten sichten eine Karte im Rahmen eines simulierten Gefechts am 7. März für die Nato-Einsatzgruppe.

          Üben für den Ernstfall : Wenn „Occasus“ angreift

          Eine deutsche Panzergrenadierbrigade bereitet sich in einem Gefechtssimulationszentrum darauf vor, als Speerspitze der NATO gegen jeden Gegner anzutreten. Russlands Angriff auf die Ukraine ist allgegenwärtig.
          Landesweite Kampagne: Der Buchstabe Z, der für den Slogan „Für den Sieg“ steht, auf einer Hausfassade in St. Petersburg

          Verfolgung und Propaganda : Russlands Jagd auf „Falschinformationen“

          Drei Tage nach Inkrafttreten des russischen Gesetzes gegen „Falschinformationen“ sind Bürgerrechtlern zufolge schon 144 Personen festgenommen worden. Das Regime in Moskau benutzt für seine Inszenierungen selbst Kinder.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.