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Vereinigte Staaten : Justizministerium erwartet mehr als 500 Anklagen nach Sturm auf Kapitol

  • Aktualisiert am

Trump-Anhänger versuchten am 6. Januar durch eine Polizeisperre am Kapitol in Washington zu brechen. Bild: dpa

Bei den Krawallen am 6. Januar waren fünf Menschen ums Leben gekommen. Der Versuch, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, wird eins der größten Verfahren in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden.

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          Das amerikanische Justizministerium geht von insgesamt mehr als 500 Anklagen im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols Anfang Januar aus. Bislang seien mehr als 400 Personen betroffen, wie am Donnerstag aus Gerichtsunterlagen hervorging. „Die Ermittlungen gehen weiter und die Regierung geht davon aus, dass mindestens 100 weitere Personen angeklagt werden.“ Mit Sicherheit werde es sich um eins der größten Verfahren in der Geschichte der Vereinigten Staaten handeln.

          Am 6. Januar hatten Anhänger des ehemaligen Präsident Donald Trump den Sitz des Kongresses in Washington gestürmt. Dabei starben fünf Menschen, Dutzende wurden verletzt.

          Mit Bärenspray besprüht

          Anfang der Woche waren Gerichtsmediziner zu dem Schluss gekommen, dass der bei der Erstürmung des Kapitols ums Leben gekommene Polizist Brian Sicknick eines natürlichen Todes starb. Er habe einen zweifachen Schlaganfall erlitten, berichteten amerikanischen Medien unter Berufung auf einen am Montagabend veröffentlichten Autopsiebericht des leitenden Gerichtsmediziners in Washington.

          Sicknick war mehrere Stunden nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar zusammengebrochen und am Tag darauf gestorben. Die Kapitol-Polizei hatte seinen Tod im Januar zunächst in Zusammenhang mit Verletzungen gestellt, die er im Dienst erlitten habe. Im März wurden zwei Männer wegen des Angriffs auf Sicknick festgenommen. Medienberichten zufolge hatten sie den 42 Jahre alten Beamten mit Bärenspray besprüht.

          „Mutig den Kongress verteidigt“

          Es habe keine allergische Reaktion auf ein chemisches Spray nachgewiesen werden können, sagte der leitende Gerichtsmediziner Francisco J. Diaz der „Washington Post“ nun. Weiter hieß es, es habe bei der Autopsie keine Anzeichen für innere oder äußere Verletzungen bei Sicknick gegeben. Der Mediziner schloss allerdings nicht aus, dass die Ereignisse am Kapitol zum Tod des Polizisten beigetragen haben könnten. Sicknick sei unter den Beamten gewesen, die sich mit dem Mob auseinandersetzten und all das habe in Bezug auf seinen Zustand eine Rolle gespielt, wurde der Mediziner zitiert.

          Die Kapitol-Polizei akzeptierte die Ergebnisse des Berichts. „Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Beamte Sicknick bei der Ausübung seines Amtes starb und er mutig den Kongress und das Kapitol verteidigte“, teilte die Behörde weiter mit.

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