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Iran zornig : Amerika greift Hizbullah-Stützpunkte im Irak und Syrien an

  • Aktualisiert am

Schiitische Kämpfer der von Iran unterstützten Hisbollah-Brigaden marschieren im Mai 2019 bei einer Militär-Parade durch Baghdad. Bild: AFP

Am Freitag war ein Militärstützpunkt im Nordirak unter Raketenbeschuss geraten. Dabei starb ein amerikanischer Zivilist, der für die Armee arbeitete. Nun hat das amerikanische Militär zurückgeschlagen.

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          Nach dem Tod eines amerikanischen Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen Militärstützpunkt im Irak hat die Armee der Vereinigten Staaten Stützpunkte der von Iran unterstützten Hizbullah-Brigaden im Irak und in Syrien bombardiert. Die „defensiven Präzisionsschläge" gegen insgesamt fünf Hizbullah-Stützpunkte und Waffenlager seien eine Reaktion auf wiederholte Angriffe der schiitischen Miliz, erklärte das Verteidigungsministerium. Dabei wurden nach Angaben der proiranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen 25 Kämpfer, darunter mehrere Kommandeure, getötet. 55 Menschen wurden verletzt

          Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman erklärte, die Einsätze an drei Orten im Irak und zwei weiteren in Syrien schwächten die Fähigkeit der Kataib Hizbullah zu Angriffen gegen die Soldaten der von Amerika geführten Militärkoalition im Irak. Laut irakischer Armee ereigneten sich die Bombardements in der westlichen Provinz Anbar, die an Syrien grenzt. Ein Regierungssprecher sprach von einer „Verletzung der irakischen Souveränität“. Dschamal Dschaafar Ibrahimi, ranghoher Kommandeur der Kataib Hizbullah, drohte, die amerikanischen Streitkräfte müssten mit massiven Attacken rechnen.

          Angriffe auf Amerikaner

          Kurz nach den Bombardements schlugen vier Katjuscha-Raketen in der Nähe des großen Militärstützpunktes Tadschi unweit von Bagdad ein, wo auch amerikanische Soldaten stationiert sind. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden, sagte ein Vertreter der irakischen Sicherheitsbehörden.

          Iran verurteilte die amerikanischen Luftangriffe auf die Schiitenmilizen Irak scharf. „Die USA sollten die territoriale Integrität und die Souveränität des Iraks respektieren und sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Montag. Die Angriffe der Vereinigten Staaten richteten sich gegen Gruppen, die jahrelang die Terrormiliz „Islamischer Staat bekämpft“ hätten, sagte er laut Nachrichtenagentur Isna.

          Den Hasched-al-Schaabi-Milizen gehören mehrere paramilitärische, größtenteils proiranische Gruppierungen an. Die 2014 für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gegründeten Milizen unterstehen offiziell der Regierung, doch haben viele ihre Eigenständigkeit bewahrt.

          Die Hizbullah-Kämpfer im Irak haben nach Darstellung des Pentagon-Sprechers "eine starke Verbindung zu den iranischen Al-Kuds-Brigaden", der im Ausland aktiven Elitetruppe der iranischen Revolutionsgarden, und sie erhielten auch anderweitig Unterstützung aus Iran. Damit hätten sie Soldaten der von den Vereinigten Staaten geführten internationalen Militärkoalition gegen den IS angegriffen.

          Am Freitag war ein Militärstützpunkt im nordirakischen Kirkuk mit mehr als 30 Raketen beschossen worden. Dabei starb ein amerikanischer Zivilist, der für die Armee arbeitete. Zudem wurden mehrere irakische und amerikanische Soldaten verletzt. Nach Angaben eines irakischen Sicherheitsbeamten war der Raketenangriff genau auf den Bereich des Stützpunktes verübt worden, in dem sich Amerikas Soldaten aufhalten.

          Instabile Lage

          Seit Ende Oktober wurden elf Raketenangriffe auf Anlagen im Irak verübt, auf denen amerikanische Soldaten oder Diplomaten stationiert sind. Bei den ersten zehn Attacken gab es einen Toten und mehrere Verletzte in den Reihen der irakischen Armee, der Tod des Amerikaners beim elften Angriff markierte jedoch einen Wendepunkt.

          Die Lage im Irak ist äußerst instabil. Seit Anfang Oktober wird das Land angesichts einer schweren sozialen Krise von einer beispiellosen Protestwelle erschüttert. Am Samstag blockierten Demonstranten die Zufahrt zu einem Ölfeld in Nasirijah im Süden des Landes und legten die dortige Produktion lahm. Bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften wurden in den vergangenen Monaten mindestens 460 Menschen getötet und 25.000 verletzt.

          Unter dem Druck der Demonstranten trat Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi zurück, führt die Regierung aber geschäftsführend weiter. Iran übt großen Einfluss im Irak aus und versucht, die Bildung einer neuen Regierung zu beeinflussen.

          Irak: Zerrieben zwischen Iran und Amerika

          Die Vereinigten Staaten haben noch 5.200 Soldaten im Irak stationiert, Präsident Donald Trump lehnt ein verstärktes militärisches Engagement in der Region ab. Diesen Spielraum nutzt wiederum sein Widersacher Iran, so dass der Irak zwischen Teheran und Washington zerrieben zu werden droht. Auch im Bürgerkriegsland Syrien spielt Iran als Unterstützer von Machthaber Baschar al-Assad eine einflussreiche Rolle.

          Die jüngst mit amerikanischen Sanktionen belegte proiranische Miliz Assaib Ahl al-Hak erklärte am Sonntag, die amerikanischen Soldaten hätten sich zur "Bürde für den iranischen Staat" entwickelt. Daher müssten alle "alles tun, um sie mit allen legitimen Mitteln zu vertreiben".

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