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Kämpfe um Ost-Ghuta : Amerika kritisiert Angriffe auf Zivilisten

  • Aktualisiert am

Schwere Zerstörungen: In Ost-Ghuta gehen die Angriffe weiter Bild: AP

Das Vorgehen Syriens, Russlands und Irans sei dasselbe, dass auch bei der Belagerung und Eroberung von Aleppo eingesetzt wurde, heißt es aus Washington. Gerade Moskau ignoriere mutwillig eine Feuerpause.

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          Die amerikanische Regierung hat die Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenenklave Ost-Ghuta mit scharfen Worten kritisiert. Das Weiße Haus erklärte am Sonntag (Ortszeit), die Vereinigten Staaten verurteilten „die fortdauernde Militäroffensive“, die der syrische Machthaber Baschar al-Assad „mit Unterstützung von Russland und Iran gegen die Bevölkerung in Ost-Ghuta verübt“. Washington warf zudem der Regierung in Moskau vor, den Kampf gegen Terroristen als Vorwand zu nutzen, um die vom UN-Sicherheitsrat beschlossene Resolution zu missachten, die eine einmonatige Waffenruhe für Ost-Ghuta fordert. Russische Kampfflugzeuge hätten in der Rebellen-Enklave Ost-Ghuta und Damaskus zwischen dem 24. und 28. Februar täglich mindestens 20 Einsätze geflogen, teilte das amerikanische Präsidialamt mit.

          „Dies ist dieselbe Kombination von Lügen und rücksichtsloser Gewalt, die Russland und das syrische Regime genutzt haben, um Aleppo 2016 zu isolieren und zerstören, als tausende Zivilisten getötet wurden“, hieß es aus Washington. Die ehemalige syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo war nach jahrelanger Belagerung und Beschuss von der Armee zurückerobert worden.

          Ungeachtet der internationalen Forderungen nach einem Ende der Angriffe auf Ost-Ghuta hatte Assad zuvor eine Fortsetzung der Armeeoffensive angekündigt. Die Mehrheit der Bevölkerung von Ost-Ghuta wolle „den Fängen des Terrorismus“ entkommen, sagte Assad vor Journalisten. „Der Einsatz muss weitergehen.“ Assad versicherte, Zivilisten hätten die Möglichkeit, die umkämpfte Enklave zu verlassen. Es gebe keinen Widerspruch zwischen einer Waffenruhe und der Fortsetzung der Kämpfe.

          Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende Februar eine Resolution für eine einmonatige Waffenruhe in Syrien verabschiedet, die jedoch nicht umgesetzt wurde. Seit Mitte Februar fliegen syrische Regierungstruppen mit russischer Unterstützung heftige Luftangriffe auf die Enklave Ost-Ghuta, wo sich Rebellen seit Jahren gegen die Armee behaupten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei bisher mehr als 640 Zivilisten getötet.

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