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Maduro reagiert auf Anklage : „Du bist ein Widerling, Donald Trump!“

  • Aktualisiert am

Nicolas Maduro am vergangenen Mittwoch in Caracas Bild: EPA

Der amerikanische Präsident sei ein „Cowboy“ und „Rassist“, sagt Venezuelas Staatschef Maduro. Vorher hatte Washington eine Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt. Das sei eine Art „Staatsstreich“, heißt es aus Caracas.

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          Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hat erzürnt auf die in den Vereinigten Staaten gegen ihn erhobene Anklage wegen Drogenhandels reagiert. „Du bist ein Widerling, Donald Trump!“ sagte Maduro am Donnerstag in einer Fernsehansprache über den amerikanischen Präsidenten. Der linksnationalistische Staatschef nannte Trump auch einen „Cowboy“ und „Rassisten“ und beschuldigte ihn, in den internationalen Beziehungen Erpressungsmethoden anzuwenden.

          Die Anklageerhebung bezeichnete Maduro als „extremistisches“ Vorgehen, das auf falschen Vorwürfen beruhe. Die Anklage gegen den Präsidenten des südamerikanischen Krisenstaates wurde wegen Vorwürfen des „Drogen-Terrorismus“ erhoben. Die amerikanische Regierung setzte ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf Maduro aus. Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo sagte, die Belohnung werde für Hinweise gezahlt, die zur Ergreifung des Präsidenten führten.

          Der amerikanische Justizminister William Barr erklärte zur Begründung der Anklage, Maduro und weitere venezolanische Führungsvertreter hätten über 20 Jahre lang mit der kolumbianischen Farc-Guerilla zusammengearbeitet. Sie hätten durch diese Zusammenarbeit dafür gesorgt, das tonnenweise Kokain in die Vereinigten Staaten gelangt sei. „Das Maduro-Regime ist voller Korruption und Kriminalität“, sagte Barr. Mit der Anklage hofft die amerikanische Justiz nun, Maduro bei einer Auslandsreise festnehmen und dann in den Vereinigten Staaten vor Gericht stellen zu können.

          Das amerikanische Fahndungsplakat für Nicolas Maduro

          Eine Anklage gegen einem amtierenden Staatschef ist äußerst ungewöhnlich. In den achtziger Jahren waren die Vereinigten Staaten in ähnlicher Weise gegen Panamas De-facto-Staatschef Manuel Noriega vorgegangen.

          Die Ermittlungen der amerikanischen Behörden gegen Maduro laufen Barr zufolge schon seit mindestens zehn Jahren. Staatsanwalt Geoffrey Berman sagte: „Maduro und seine Komplizen unterhalten seit 20 Jahren eine drogen-terroristische Partnerschaft mit den Farc.“

          Zudem wurde gegen Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez, den Präsidenten des Obersten Gerichtshof, Maikel Moreno, den Vorsitzenden der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, den früheren Chef des Militärgeheimdienstes Hugo Carvajal und Industrieminister Tarek El Aissami Anklage erhoben.

          Den Ermittlungen zufolge schmuggelten die Farc und ihre Unterstützer in der venezolanischen Regierung zuletzt bis zu 250 Tonnen Kokain pro Jahr nach Mittelamerika. „Maduro und die anderen Angeklagten wollen die Vereinigten Staaten mit Kokain fluten, um die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Nation zu untergraben“, sagte Staatsanwalt Berman. „Maduro benutzt Kokain als Waffe.“

          Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza erklärte, Trump greife mit der Anklage „einmal mehr das venezolanische Volk und seine demokratischen Institutionen“ an. Es handle sich um den Versuch, „eine neue Form von Staatsstreich“ zu begehen. Die Opposition begrüßte die Anklage. „Maduro steht für Drogenhandel, Maduro steht für organisiertes Verbrechen“, sagte Julio Borges, der Außenbeauftragte des Oppositionsführers  Juan Guaidó. Er rief die Streitkräfte dazu auf, die Seiten zu wechseln und die Opposition zu unterstützen.

          Die Trump-Regierung unterstützt im Machtkampf in Venezuela den Oppositionsführer Juan Guaidó und hat bereits eine Reihe von Sanktionen gegen die Maduro-Regierung verhängt. Die amerikanische Regierung erkennt Maduro nicht als rechtmäßigen Präsidenten des Landes an. Stattdessen haben die Vereinigten Staaten ebenso wie mehr als 50 andere Staaten – darunter Deutschland – Guaidó als Staatschef anerkannt, der sich Anfang vergangenen Jahres zum Übergangspräsidenten ausgerufen hatte.

          Als Reaktion auf die Anklage aus Washington hat das venezolanische Regime Ermittlungen gegen den Oppositionsführer und selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und einige seiner Mitstreiter aufgenommen. „Die Bundesstaatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen Guaidó, Cliver Alcalá und andere Kollaborateure wegen versuchten Staatsreichs gegen Präsident Maduro eröffnet“, schrieb Generalstaatsanwalt Tarek William Saab am Donnerstagnachmittag auf Twitter.

          Offiziere als Kartellführer

          Er bezog sich dabei auf ein angebliches Attentat, das von Kolumbien aus mit Unterstützung der Vereinigten Staaten auf Maduro und andere ranghohe Politiker geplant gewesen sei.

          Venezuela gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt. Militärs und Politiker sollen in illegalen Bergbau und Drogenhandel verwickelt sein. Als besonders einflussreich gilt das Cartel de los Soles (Kartell der Sonnen) – ein Verbrechersyndikat aus Offizieren der Streitkräfte.

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