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Venezuelas Staatschef : Vereinigte Staaten loben 15 Millionen Dollar für Festnahme Maduros aus

  • Aktualisiert am

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro: Ist er in Drogengeschäfte verwickelt? Bild: AFP

Die amerikanische Justiz jagt Nicolás Maduro. Dem venezolanischen Staatschef wird vorgeworfen, jahrelang im Drogenhandel mitgewirkt zu haben. Nun sind Millionen Dollar für seine Festnahme ausgesetzt.

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          Die Vereinigten Staaten von Amerika klagen den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und mehrere Vertraute wegen Drogenhandels und Geldwäsche an. Die venezolanische Regierung arbeite mit Dissidenten der früheren kolumbianischen Rebellenorganisation Farc zusammen, um Kokain über Mittelamerika in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln, sagte Amerikas Justizminister William Barr am Donnerstag. Das amerikanische Außenministerium lobte außerdem eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen aus, die zur Festnahme von Maduro führen.

          Die Regierung der Vereinigten Staaten gehört zu den erbittertesten Gegnern von Maduro. Sie hat den Oppositionsführer Juan Guaidó Anfang 2019 als legitimen Interimspräsidenten anerkannt und fordert seitdem einen Machtwechsel in Caracas. Guaidó kann sich in Venezuela bislang aber nicht durchsetzen. Als er sich im Januar vergangenen Jahres selbst zum Übergangspräsidenten erklärt hatte, mobilisierte er noch die Massen. In den vergangenen Monaten hat der Zulauf jedoch abgenommen. Maduro sitzt trotz verstärkter Sanktionen Amerikas weiter fest im Sattel.

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          Die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden in den Vereinigten Staaten gegen Maduro laufen schon seit mindestens zehn Jahren, wie Barr sagte. Maduro und weiteren Angeklagten wird zur Last gelegt, seit mindestens 1999 einen Drogenhändlerring mit dem Namen „Kartell der Sonnen“ anzuführen. Der Name soll ein Verweis auf Sonnen-Symbole auf den Uniformen hochrangiger venezolanischer Militärs sein. Der amerikanische Staatsanwalt Geoffrey Berman erklärte, Maduro habe die Vereinigten Staaten mit Kokain „überschwemmen“ wollen, um Gesundheit und Wohlergehen der Vereinigten Staaten zu schaden. „Maduro hat Kokain sehr bewusst als Waffe eingesetzt.“

          Zudem setzte der Justizminister der Vereinigten Staaten Kopfgelder von jeweils zehn Millionen Dollar auf den Vorsitzenden der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, den früheren Chef des Militärgeheimdienstes Hugo Carvajal und Industrieminister Tareck El Aissami aus. Neben Maduro werden unter anderem der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino, der Oberste Richter des Landes, Maikel Moreno, Armeevertreter sowie zwei Farc-Anführer beschuldigt. Das amerikanische Finanzministerium hat bereits eine Reihe von Sanktionen gegen Maduro und sein Umfeld verhängt.

          Venezuela gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt. Zahlreiche Militärs und Politiker sollen in kriminelle Geschäfte wie illegalen Bergbau und Drogenhandel verwickelt sein.

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