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Vereinigte Staaten : Hunderte Missbrauchsvorwürfe gegen Baptistenverband

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Opferanwältin Mary DeMuth spricht auf einer Protestveranstaltung am 12. Juni 2018 in Dallas gegen den Umgang mit Frauen in der Southen Baptist Church Bild: AP

Amerikanische Zeitungen berichten über Hunderte sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen den Baptistenverband. Ihr Ethikchef lobt die Journalisten für ihre Arbeit.

          Führende Vertreter des „Südlichen Baptistenverbandes“, der größten protestantischen Kirche der Vereinigten Staaten, haben mit Entsetzen auf Missbrauchsvorwürfe gegen Pastoren und freiwillige Mitarbeiter reagiert. Der Präsident der rund 15 Millionen Mitglieder zählenden „Southern Baptist Convention“, J.D. Greear, rief auf Twitter zur Umkehr und zu umfassenden Reformen auf. Die beschriebenen Taten seien „das pure Böse“. Die amerikanischen Zeitungen „Houston Chronicle“ und „San Antonio Express-News“ hatten am Wochenende über Hunderte sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen den Baptistenverband berichtet.

          In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es in den Zeitungsberichten. Die Vorwürfe gelten als glaubwürdig. Rund 200 Beschuldigte wurden den Angaben zufolge bereits verurteilt. Die Zeitungen sprachen von insgesamt 700 Missbrauchsopfern.

          Die Zeitungen berichteten zudem über zahlreiche Vorfälle, bei denen Verantwortliche in der Kirche Vorwürfe nicht ernst genommen und Beschuldigte gedeckt hätten. Der Präsident der Kommission für Ethik und Religionsfreiheit im Baptistenverband, Russell Moore, lobte die Enthüllungsartikel, auch wenn diese für die Kirche schmerzhaft seien.

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