https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/usa-firmen-wollen-mitarbeitern-reisekosten-fuer-abtreibungen-zahlen-18129204.html

Nach Supreme-Court-Urteil : US-Konzerne wollen Mitarbeitern Reisekosten für Abtreibungen zahlen

  • Aktualisiert am

Abtreibungsrechtsaktivisten auf der Brooklyn Bridge am Freitagabend (Ortszeit) in einem Protestzug gegen das Supreme-Court-Urteil Bild: dpa

Am Freitag hat der amerikanische Supreme Court das liberale Abtreibungsrecht gekippt. Betroffenen bleibt jetzt nur die Möglichkeit, in Bundesstaaten zu reisen, in denen Schwangerschaftsabbrüche noch legal sind.

          1 Min.

          Angesichts von weitgehenden Abtreibungsverboten in einer wachsenden Zahl von US-Bundesstaaten bieten mehrere große amerikanische Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an, im Fall eines Schwangerschaftsabbruches mögliche Kosten für eine Reise in einem anderen Bundesstaat zu übernehmen. Eine Reihe von Konzernen wie etwa die Café-Kette Starbucks oder der Online-Handelsriese Amazon hatten solche Regelungen angesichts der drohenden Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofes bereits zuvor in Aussicht gestellt.

          Nachdem der Supreme Court das liberale Abtreibungsrecht im Land am Freitag tatsächlich kippte, kündigten diverse weitere Firmen entsprechende Schritte an. Dazu gehören unter anderem der Unterhaltungskonzern Walt Disney und der Facebook-Konzern Meta, wie etwa die Tageszeitung „New York Times“ und der Fernsehsender NBC berichteten.

          Der Outdoor-Spezialist Patagonia sagte am Freitag (Ortszeit) in einem Beitrag auf dem Online-Portal Linkedin nicht nur Unterstützung bei Reisekosten in andere US-Staaten zu. Das Unternehmen versprach auch, mögliche Kautionskosten zu tragen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die friedlich für „reproduktive Gerechtigkeit“ demonstrierten und festgenommen würden. Facebook-Konzern Meta hat seinen Angestellten hingegen verboten, während der Arbeit über das Abtreibungsverbot zu sprechen. So solle „ein feindliches Arbeitsumfeld“ vermieden werden.

          Das oberste US-Gericht hatte am Freitag das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt. Der Supreme Court machte damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei– bis hin zu kompletten Verboten. Nach der umstrittenen Entscheidung setzten mehrere US-Bundesstaaten schon weitgehende Abtreibungsverbote in Kraft. Andere dürften folgen. Einige Staaten haben dazu bereits Gesetze vorbereitet. In mehreren US-Städten kam es bereits am Freitag zu spontanen Protesten gegen die Gerichtsentscheidung. Weitere Demonstrationen wurden erwartet.

          Weitere Themen

          Unternehmen machen gegen Abtreibungsgesetz mobil

          Indiana : Unternehmen machen gegen Abtreibungsgesetz mobil

          Die Verschärfung von Abtreibungsregeln in den USA sorgt für zunehmende Kritik aus der Wirtschaft. Indiana hat als einer der ersten Staaten ein neues Gesetz auf den Weg gebracht. Jetzt spricht der Pharmakonzern Eli Lilly eine Drohung aus.

          Ukraine weist Verantwortung für Explosion zurück

          Ukraine-Liveblog : Ukraine weist Verantwortung für Explosion zurück

          Selenskyj: „Dieser Krieg beginnt und endet mit der Krim“ +++ Explosionen auf Militärflugplatz auf der Krim gehen laut Berichten auf ukrainischen Angriff zurück +++ Moskau spricht von Verstößen gegen Brandschutzmaßnahmen +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Deutschlands ungehobener Energieschatz

          Tiefengeothermie : Deutschlands ungehobener Energieschatz

          Mit heißem Wasser aus der Tiefe könnte man hierzulande viele Haushalte mit Strom und vor allem Wärme versorgen. Doch die Suche nach Quellen ist teuer. Und die Technologie macht einigen Bürgern Angst.

          Topmeldungen

          Luftbildaufnahme einer Bohrstelle für ein Geothermiekraftwerk in Graben-Neudorf

          Tiefengeothermie : Deutschlands ungehobener Energieschatz

          Mit heißem Wasser aus der Tiefe könnte man hierzulande viele Haushalte mit Strom und vor allem Wärme versorgen. Doch die Suche nach Quellen ist teuer. Und die Technologie macht einigen Bürgern Angst.
          Am Strand von Saky steigt Rauch nach einer Explosion auf.

          Ukraine-Liveblog : Ukraine weist Verantwortung für Explosion zurück

          Selenskyj: „Dieser Krieg beginnt und endet mit der Krim“ +++ Explosionen auf Militärflugplatz auf der Krim gehen laut Berichten auf ukrainischen Angriff zurück +++ Moskau spricht von Verstößen gegen Brandschutzmaßnahmen +++ alle Entwicklungen im Liveblog.
          Der Staat soll sich nicht auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger bereichern, sagt Finanzminister Christian Lindner mit Blick auf die kalte Progression.

          Steuerreform : Eine Entlastung für 48 Millionen Bürgerinnen und Bürger

          Arbeitnehmerinnen, Geringverdiener, Rentnerinnen oder Selbständige können profitieren, wenn in Zeiten steigender Preise die kalte Progression ausgeglichen wird. Das ist kein gönnerhafter Akt, sondern mehrfach geboten. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.