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Neuer Feiertag : USA erinnern mit „Juneteenth“ an das Ende der Sklaverei

  • Aktualisiert am

Präsident Joe Biden unterschreibt das Dekret, dass den „Juneteenth“ zum Feiertag macht. Bild: AP

Mit der Unterschrift von Präsident Joe Biden ist der 19. Juni zum elften landesweiten Feiertag der USA erklärt worden. Das entsprechende Gesetz hatte auch mit breiter Zustimmung der Republikaner Senat und Kongress passiert.

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          Zur Erinnerung an das formelle Ende der Sklaverei vor 156 Jahren in den USA bekommt das Land einen neuen bundesweiten Feiertag. Präsident Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris unterzeichneten am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz, mit dem der als „Juneteenth“ bekannte 19. Juni zum elften landesweiten Feiertag erklärt wird.

          „Große Nationen ignorieren ihre schmerzhaftesten Momente nicht ... sie umarmen sie“, sagte Biden. „Das ist ein wirklich wichtiger Moment in unserer Geschichte“, sagte Biden. „Indem wir 'Juneteenth' zu einem bundesweiten Feiertag machen, können alle Amerikaner die Macht dieses Tages
          spüren, von unserer Geschichte lernen und den Fortschritt feiern.“

          Der Tag sei eine Erinnerung an den „schrecklichen Tribut, den die Sklaverei vom Land forderte und weiterhin fordert“. „Juneteenth“ markiere „sowohl eine lange harte Nacht der Unterwerfung durch die Sklaverei, als auch das Versprechen eines bevorstehenden helleren Morgens“.

          1865 Proklamation in Texas

          Präsident Abraham Lincoln hatte zwar bereits mit der am 1. Januar 1863 in Kraft getretenen Emancipation Proclamation die Freilassung aller Sklaven in den abtrünnigen Südstaaten angeordnet. Dies wurde aber in den Gebieten, in denen die Konföderierten die Kontrolle hatten, nicht durchgesetzt.

          Am 19. Juni 1865 dann verlas ein General der siegreichen Unionsarmee nach dem Ende des Bürgerkriegs in Texas die Proklamation zur Abschaffung der Sklaverei. „Juneteenth“ setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern für „Juni“ und „neunzehnter“ – „June“ und „nineteenth“.

          Im vergangenen Jahr hatten an dem Tag in den ganzen USA Demonstranten gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert, nachdem am 25. Mai 2020 ein weißer Polizist den Afroamerikaner George Floyd bei einer Festnahme getötet hatte. Biden hatte im Wahlkampf versprochen, sich als Präsident für Minderheiten und den Kampf gegen Rassismus starkzumachen.

          Seltene Einigkeit zwischen Demokraten und Republikanern

          Die Einführung des neuen Feiertages wurde mit seltener parteiübergreifender Einigkeit gemeinsam von den Demokraten und oppositionellen Republikanern beschlossen. Der Senat votierte am
          Dienstag einstimmig dafür, "Juneteenth" zu einem nationalen Feiertag zu machen. Am Mittwoch passierte der Text dann das Repräsentantenhaus mit einer Mehrheit von 415 gegen 14 Stimmen.

          Er wurde nun von Präsident Biden mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Weil der 19. Juni in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, bekommen Bundesbedienstete bereits am Freitag frei.

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