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Wegen Rassismus : Elf Jahre Haft für Ku-Klux-Klan-Kreuzverbrennung

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Eine Kreuzverbrennung einer Untergruppe des Ku-Klux-Klans 2017 in North Carolina. Bild: Reuters

In Mississippi hat ein Weißer gestanden, ein Kreuz vor dem Haus einer schwarzen Familie verbrannt zu haben, um sie einzuschüchtern. Für die Großmutter der Familie weckt das dunkle Erinnerungen an die Vergangenheit.

          Ein amerikanisches Gericht hat einen Weißen, der vor dem Haus einer schwarzen Familie ein Holzkreuz verbrannt hat, zu elf Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte folgte mit der Verbrennung einer Sitte des rassistischen Ku-Klux-Klans.

          Das Gericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der achtunddreißigjährige Angeklagte im Oktober 2017 zusammen mit einem Komplizen im Dorf Seminary im Bundesstaat Mississippi ein Holzkreuz gebaut und angezündet hatte.

          Der Mann hatte sich schon im April schuldig bekannt und zugegeben, dass er mit der Aktion einem Jugendlichen und anderen schwarzen Bewohnern des Ortes Angst machen wollte. Die Tageszeitung „The Clarion-Ledger“ zitierte Aussagen des Angeklagten, nach denen er die Dorfbewohner nur wegen ihrer „Rasse und Hautfarbe“ terrorisiert habe.

          Auch der Komplize bekannte sich schuldig, sein Strafmaß soll im November verkündet werden. Der Richter nannte die Kreuzverbrennung „eine große Sache“ und erzählte, wie ihn Kreuzverbrennungen als Kind eingeschüchtert und Angst eingejagt hatten.

          Der 1866 nach dem amerikanischen Bürgerkrieg gegründete Ku-Klux-Klan zündet seit den zwanziger Jahren Kreuze an – als Symbol bei Versammlungen und zur Einschüchterung von Schwarzen. Die Großmutter des jugendlichen Opfers verfolgte das Urteil im Gerichtssaal als einziges Familienmitglied und erzählte dem „Clarion-Ledger“, dass die Kreuzverbrennung Erinnerungen an ähnliche Ereignisse in ihrer Vergangenheit geweckt hatte. Der Ku-Klux-Klan ist vor allem im vergleichsweise armen und noch relativ segregierten Süden der Vereinigten Staaten aktiv.

          Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte 2003 in einem Grundsatzurteil entschieden, das Verbrennen von Kreuzen unter bestimmten Bedingungen als Straftat zu werten. Die Anklage muss dabei aber im Einzelfall nachweisen, dass dadurch andere Menschen eingeschüchtert werden sollen.

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