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Vereinigte Staaten : Heiler gesucht

Amerikas Zukunft: ein Spiel mit dem Feuer Bild: AFP

Rassismus und Polizeigewalt; Wut und Unruhen; Verbreitung von Waffen aller Art: Die Ereignisse in der Stadt Kenosha in Wisconsin zeigen, wie viel der nächste Präsident zu tun haben wird, das soziale Gewebe Amerikas zu flicken.

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          Wisconsin ist ein „Schlachtfeldstaat“, ein Bundesstaat, der umkämpft ist und in dem der Ausgang der Präsidentenwahl nicht von vornherein feststeht wie in West Virginia (republikanisch) oder in Oregon (demokratisch). 2016 hatte Donald Trump in Wisconsin überraschend, wenn auch knapp die Nase vorn. Wenn der Demokrat Biden im Weißen Haus einziehen will, ist ein Sieg in diesem Staat fast Pflicht. Das ist der politische Begleittext zu den Geschehnissen in der Stadt Kenosha im Südosten des Bundesstaats.

          Am Sonntag kam es dort zu einem neuerlichen Fall von, so sieht es aus, exzessiver Polizeigewalt gegen einen Afroamerikaner. Proteste und Randale waren die Folgen. Der Gouverneur rief die Nationalgarde. Am Dienstag zogen bewaffnete Zivilisten auf, um Gebäude vor Randalierern zu „schützen“. Ergebnis: Zwei Personen wurden erschossen, eine dritte schwer verletzt. Und in diesen Tagen bietet sich Trump den Wählern als Mann für Recht und Ordnung an. Ihm spielt das Geschehen in die Karten.

          Die Ereignisse in einer weithin unbekannten Stadt bündeln Amerikas Sozialkonflikte und Pathologien wie unter einem Brennglas: Rassismus und Polizeigewalt; Proteste und Wut und Unruhen; Milizengehabe; Verbreitung von Waffen aller Art. Dann gibt es noch die Corona- und die Wirtschaftskrise. Es ist viel, was am sozialen Gewebe Amerikas zerrt. „Heilen“ wäre nicht der schlechteste Vorsatz, den der nächste Präsident sich vornehmen könnte.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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