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Fast keine Ausnahmen : Alabama bekommt strengstes Abtreibungsverbot in Amerika

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Alabamas Gouverneurin, die Republikanerin Kay Ivey, setzt ihre Unterschrift unter das strikteste Abtreibungsverbot in den Vereinigten Staaten Bild: EPA

Alabamas Gouverneurin hat das umstrittene Gesetz unterzeichnet, mit dem Abtreibungen in dem amerikanischen Bundesstaat in fast allen Fällen verboten werden sollen – selbst nach Vergewaltigungen. Das Gesetz dürfte so jedoch kaum in Kraft treten.

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          Die Gouverneurin des amerikanischen Bundesstaates Alabama, Kay Ivey, hat das strikteste Anti-Abtreibungsgesetz in den Vereinigten Staaten unterzeichnet. Es verbietet Schwangerschaftsabbrüche in fast allen Fällen. Die republikanische Politikerin erklärte am Mittwoch (Ortszeit), viele Menschen in Alabama glaubten zutiefst, dass „jedes Leben kostbar und eine heilige Gabe Gottes“ sei.

          Der Senat von Alabama hatte am Dienstag und das Repräsentantenhaus im April für das Gesetz gestimmt. Ausnahmen vom Verbot soll es nur bei einem schweren Gesundheitsrisiko für die Schwangere geben und wenn der Fötus nicht lebensfähig ist. Ärzten, die Abtreibungen vornehmen, drohen lange Haftstrafen.

          Der Bürgerverband American Civil Liberties Union kündigte eine Klage an. Das Gesetz stehe nicht im Einklang mit einem Grundsatzurteil des Obersten Gerichts von 1973. Laut dem Urteil darf der Staat Abtreibungen bis zur unabhängigen Lebensfähigkeit des Fötus nicht einschränken.

          Alabama liegt im Bibelgürtel

          Das Gesetz in Alabama soll in sechs Monaten in Kraft treten. Gouverneurin Ivey gestand ein, es könnte wegen des Rechtsstreits zumindest in naher Zukunft „nicht durchsetzbar sein“. Gesetzesbefürworter seien jedoch der Ansicht, dass das Urteil von 1973 anfechtbar ist.

          Alabama im sogenannten Bibelgürtel gilt als einer der konservativsten Bundesstaaten. Republikaner stellen überwältigende Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat.

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