https://www.faz.net/-gpf-9nqe4

Bei vorzeitiger Haftentlassung : Alabama will Kinderschänder chemisch kastrieren lassen

  • Aktualisiert am

Die republikanische Senatorin Kay Ivey muss das Gesetz nach unterzeichnen, bevor es in Kraft treten kann. Bild: AP

Abermals verabschiedet Alabama ein umstrittenes Gesetz: Mittels eines Medikaments soll künftig der Testosteronspiegel von vorzeitig entlassenen Kinderschändern gesenkt werden. Doch damit ist der Bundesstaat keine Ausnahme.

          Im amerikanischen Bundesstaat Alabama ist ein Gesetz zur chemischen Kastration verurteilter Kinderschänder verabschiedet worden. Wegen sexuellen Vergehen an Minderjährigen verurteilte Häftlinge sollen nur dann vorzeitig unter Bewährung aus der Haft entlassen werden, wenn sie sich einer solchen medizinischen Behandlung unterziehen, beschloss das Regionalparlament. Dem Gesetz muss noch die republikanische Gouverneurin Kay Ivey zustimmen. Sie hatte bereits ihre Unterstützung signalisiert.

          Die Regeln sollen für Täter ab dem Alter von 21 Jahren gelten, die Minderjährige unter 13 Jahren missbraucht haben. Die vorgesehenen Medikamente senken den Testosteronspiegel der Verurteilten, die auch die Kosten für die Behandlung tragen müssen. Sie sollen verpflichtet werden, sich der Behandlung so lange zu unterziehen, bis ein Gericht diese als nicht mehr nötig ansieht. Setzt der Verurteilte die Medikamente eigenständig ab, muss er zurück ins Gefängnis.

          Ähnliche Regeln gibt es bereits in mehreren anderen amerikanischen Bundesstaaten, darunter Kalifornien und Florida. In Texas können sich Verurteilte einer chirurgischen Kastration unterziehen. Die chemische Kastration ist jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen umstritten. Auch Menschenrechtler kritisieren die Praxis.

          Erst vor wenigen Wochen hatte Alabama für Aufsehen gesorgt. Die Gouverneurin des Bundesstaates unterzeichnete das strengste Abtreibungsverbot in Amerika. Dem Gesetz zufolge, gegen das ein Bürgerverband klagen wollte, sollen Abtreibungen in fast allen Fällen verboten werden – selbst nach Vergewaltigungen.

          Weitere Themen

          Streit um höhere Wehrausgaben schwelt weiter

          Haushaltspolitik : Streit um höhere Wehrausgaben schwelt weiter

          Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bekräftigt das Ziel der Nato, dass die Verteidigungsausgaben steigen sollen. Das provoziert Widerstand – in der Opposition und selbst beim Koalitionspartner.

          Wer ist Boris Johnson? Video-Seite öffnen

          Schillernd und umstritten : Wer ist Boris Johnson?

          Der wirre Haarschopf ist unverkennbar: Boris Johnson liebt den großen Auftritt. Der Brexit-Hardliner ist eine der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der britischen Politik.

          Topmeldungen

          Neue Umfrage : Warum das Misstrauen wächst

          Die Amerikaner sehen ihre Regierung und ihre Mitbürger immer skeptischer. Vor allem bei der Unterscheidung von Wahrheit und Lüge zeigen sich viele verunsichert. Für den Vertrauensschwund geben sie unterschiedliche Gründe an.
          Lässt ein verheerendes Echo nicht lange verhallen: Markus Söder sucht die Abgrenzung der AfD.

          Vergleiche mit der NPD : Wie Söder sich von der AfD abgrenzt

          Vor knapp einem Jahr hat der bayerische Ministerpräsident erfolgreich seine Taktik im Umgang mit der AfD geändert – doch ganz genau nimmt er es mit seinen Aussagen nicht immer. Eine Analyse.
          Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

          Dieselskandal : VW verklagt sein Personal

          Während der ehemalige Chef Martin Winterkorn sein Altersruhegeld bezieht, verklagt der Konzern wegen des Dieselskandals sein Personal. Am Donnerstag fällt eine Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.