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Aber Anhörung angesetzt : Texanisches Abtreibungsgesetz bleibt in Kraft

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Auch in Irland formierte sich Protest gegen das Abtreibungsgesetz in Texas. Bild: dpa

Der Streit um das strengste Abtreibungsgesetz der USA geht weiter: Der Supreme Court rüttelt zunächst nicht an dem umstrittenen sogenannten Herzschlag-Gesetz, setzt aber für den 1. November eine Anhörung an.

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          Das strenge Abtreibungsgesetz in Texas bleibt vorerst in Kraft – allerdings hat das Oberste Gericht der USA für den 1. November eine Anhörung in dem Fall angesetzt. Damit lehnte der Supreme Court am Freitag einen Antrag der Regierung von US-Präsident Joe Biden ab, das Gesetz auszusetzen. „Frauen, die in Texas einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, haben Anspruch darauf, dass dieses Gericht ihnen jetzt hilft“, schrieb die liberale Richterin Sonia Sotomayor in einer abweichenden Meinung zu der Entscheidung. „Da das Gericht es versäumt hat, heute zu handeln, wird diese Abhilfe, wenn sie denn kommt, für viele zu spät sein.“ Es sei aber gut, dass eine baldige Anhörung angesetzt sei.

          Das sogenannte Herzschlag-Gesetz, das die meisten Schwangerschaftsabbrüche untersagt, ist in Texas seit Anfang September in Kraft. Es verbietet Abtreibungen, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt worden ist. Das kann schon in der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall sein. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Außergewöhnlich an der Regelung ist, dass sie Privatpersonen ermöglicht, zivilrechtlich gegen alle vorzugehen, die einer Frau bei einer Abtreibung helfen.

          Das juristische Gezerre um das Gesetz hält Gerichte seit Wochen in Atem. Die US-Regierung hatte Texas nach Inkrafttreten des Gesetzes verklagt. Indem das Gericht sich weigere, das Gesetz bis zur Anhörung zu blockieren, sende es ein alarmierendes Signal, reagierte die Bürgerrechtsorganisation ACLU auf die Entscheidung.

          Unter Ex-Präsident Donald Trump war der Supreme Court durch personelle Neubesetzungen deutlich konservativer geworden. Das Gericht beschäftigt sich bald auch mit einem anderen Fall, der das Recht auf Abtreibungen landesweit massiv einschränken könnte.

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