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Gericht in Amerika : Richter weist Mexikos Klage gegen Waffenhersteller ab

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Ein Sturmgewehr mit Granatwerfer eines amerikanischen Herstellers, beschlagnahmt bei einem Drogenboss, im August 2010 in Mexiko Stadt Bild: AFP

Ein Großteil der in Mexiko beschlagnahmten Waffen der Drogen-Kartelle kommt aus den Vereinigten Staaten. Die Hersteller sind aber vor Folgen wegen des Einsatzes ihrer Produkte geschützt.

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          Eine Klage der mexikanischen Regierung gegen amerikanische Waffenhersteller ist von einem Richter in den Vereinigten Staaten abgewiesen worden. Er verwies am Freitag auf ein Gesetz, das diese Unternehmen vor Haftung für den Einsatz ihrer Produkte schützt. Mexikos Regierung verklagte im vergangenen Jahr Hersteller wie Smith & Wesson und Colt sowie einen Waffenhändler im Zusammenhang mit der Verwendung geschmuggelter Waffen aus den Vereinigten Staaten durch kriminelle Gruppen in dem Land. Sie will gegen das Urteil in Berufung gehen.

          Der Bezirksrichter im Bundesstaat Massachusetts ließ Argumente der mexikanischen Regierung nicht gelten, dass in diesem Fall eine Ausnahme vom Protection of Lawful Commerce in Arms Act angemessen wäre. Obwohl das Gericht Sympathie für das Volk von Mexiko empfinde, sei es ans Gesetz gebunden.

          Mexiko leidet seit Jahren unter einer Welle der Gewalt. Im vergangenen Jahr wurden in dem lateinamerikanischen Land im Schnitt fast 100 Tötungsdelikte je Tag registriert. Für den Großteil der Gewalttaten sind kriminelle Banden verantwortlich. Die meisten der im blutigen Drogenkrieg in Mexiko verwendeten Waffen stammen aus den Vereinigten Staaten. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr rund 200.000 Waffen nach Mexiko geschmuggelt. Der Klage zufolge stammten 70 bis 90 Prozent der an Tatorten sichergestellten Waffen aus den Vereinigten Staaten, während Mexiko selbst strikte Waffengesetze hat.

          „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Vertrieb von Waffen verantwortungsvoll, transparent und rechenschaftspflichtig auflaufen muss“, hieß es in einer Stellungnahme der Regierung vom Freitag. „Die nachlässige Art und Weise, in der Waffen in den Vereinigten Staaten verkauft werden, macht es Kriminellen leichter, Zugang zu ihnen zu bekommen.“

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