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US-Militärs vor dem Kongress : Trumps Taliban-Deal führte ins Desaster

  • -Aktualisiert am

Trump Deal: Das Abkommen von 2020 ebnete den Taliban die Rückkehr an die Macht in Kabul. Das Foto zeigt den amerikanischen Sonderbeauftragten Zalmay Khalilzad und Taliban-Vizechef Abdul Ghani Baradar in Doha. Bild: Reuters

Regierung und Armee brachen nicht erst zusammen, als die Taliban vor Kabul standen. Ihnen war schon vorher das Rückgrat gebrochen worden.

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          Als die Taliban die Herrschaft in Kabul übernahmen, ohne auf Widerstand zu stoßen, fragten sich viele, wie das angesichts der ungeheuren Summen, mit denen Regierung und Militär unterstützt worden waren, habe geschehen können. Die Antwort haben jetzt ranghohe amerikanische Militärs und der Verteidigungsminister vor Ausschüssen des Kongresses gegeben: Das Abkommen von Doha, das Präsident Trump 2020 mit den Taliban geschlossen hatte, habe deren Weg an die Macht geebnet. Es habe eine „wirklich schädliche Wirkung“ auf Regierung und Armee gehabt. Präsident Biden kam auch nicht ungeschoren davon: Die im April angeordnete Truppenverringerung sei ein weiterer Nagel im afghanischen Sarg gewesen.

          Mit anderen Worten: Amerikas Politik in Gestalt zweier Präsidenten trägt Schuld am unrühmlichen Ende des langen Engagements und am Fiasko der letzten Tage. Was als „Scheitern des Westens“ firmiert – von den einen selbstkritisch eingestanden, von anderen höhnisch bejubelt–, ist tatsächlich das Ergebnis amerikanischer Entscheidungen. Trump und Biden wollten die Präsenz am Hindukusch um jeden Preis beenden; die Rückkehr der Taliban an die Macht nahmen sie in Kauf oder war ihnen egal.

          Weil Trump die Hauptschuld angelastet wird, kommt sein Nachfolger etwas aus der Schusslinie. Doch auch Biden hat auf den Rat seiner Militärs nicht gehört. Bitteres Fazit: Als Desaster und im Chaos hätte der Afghanistan-Einsatz nicht enden müssen.

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