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Syrien : Assad kündigt noch härtere Angriffe auf die Opposition an

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Van Akens Fraktionskollegin Sevim Dagdelen sagte dem SWR, bisher sei ein Stellvertreterkrieg geführt worden. „Jetzt droht ein Weltkrieg.“ Von der Bundesregierung verlangte Dagdelen, sie müsse sich für ein Ende der amerikanischen Angriffe einsetzen. Und klar machen, „dass deutsches Territorium dafür nicht zur Verfügung steht“.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief dazu auf, die „Spirale der Gewalt“ zu durchbrechen. Insbesondere die Vertreter der Religionen müssten sich gemeinsam gegen „Gewalt im Namen Gottes“ wenden, heißt es in der am Freitag vorab veröffentlichten Predigt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zum Palmsonntag. „Wann endlich hört das auf? Wann wird den Kriegsherren endlich klargemacht: Es reicht! Wann werden die Waffenlieferungen in diese Gebiete beendet?“

May: „Starke und klare Botschaft“

International solidarisiert man sich überwiegend mit den Vereinigten Staaten. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May sprach von der „angemessenen Antwort“ auf einen „barbarischen Chemiewaffenangriff“. Zustimmung bekommt Präsident Trump auch aus Israel. Amerika habe eine „starke und klare Botschaft“ gesendet, dass der Gebrauch von Chemiewaffen nicht toleriert werde, sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Israel unterstütze die Entscheidung Trumps „voll“ und hoffe, dass die Botschaft „nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderswo“ gehört werde.

Emmanuel Macron, dem bei der Präsidentenwahl in Frankreich die besten Chancen zugestanden werden, kann sich ein militärisches Eingreifen in Syrien vorstellen, vorzugsweise unter Führung der Vereinten Nationen und eingebettet in politische und diplomatische Maßnahmen. Russland hat im UN-Sicherheitsrat aber wiederholt gegen Assad gerichtete Resolutionen verhindert.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bot den Vereinigten Staaten die Hilfe der Türkei an. „Sollten Amerika handeln, sind wir bereit, unseren Teil beizutragen", sagte er der Tageszeitung „Hürriyet“. Die Türkei hat sich schon früh gegen den syrischen Machthaber Assad positioniert und fordert dessen Absetzung.

Polens Präsident Andrzej Duda hat den Luftangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt ebenfalls begrüßt. Die Militäraktion habe seine „volle Unterstützung“, teilte Duda am Freitag mit. Er sprach von einer Reaktion auf den Chemiewaffen-Einsatz der Armee von Syriens Staatschef Baschar al-Assad gegen die Zivilbevölkerung. „Den unvorstellbar barbarischen Akt konnte die zivilisierte Welt nicht gleichgültig hinnehmen“, sagte das polnische Staatsoberhaupt. Polen würde das amerikanische Vorgehen als Verbündeter des Landes sowie aus Solidarität mit den syrischen Opfern unterstützen. „Mit aller Kraft verurteilt Polen Verbrechen an der Zivilbevölkerung.“ Duda appellierte an die internationale Gemeinschaft, sich stärker für eine Rückkehr des Friedens in Syrien einzusetzen. „Die Spirale der Gewalt muss beendet werden.“

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