https://www.faz.net/-gpf-9y2u0

Corona-Fälle an Bord : Keine Räumung von Flugzeugträger

  • Aktualisiert am

Die USS Theodore Roosevelt im März im vietnamesischen Da Nang Bild: Reuters

Das amerikanische Verteidigungsministerium setzt auf Tests an Bord der „USS Theodore Roosevelt“. Die Basis auf Guam wäre nicht groß genug für alle 4000 Seeleute. Der Kapitän hatte in einem Brief die Evakuierung gefordert.

          1 Min.

          Trotz der Ansteckung mehrerer Besatzungsmitglieder an Bord des amerikanischen Flugzeugträgers „USS Theodore Roosevelt“ mit dem Coronavirus ist es nach Einschätzung von Verteidigungsminister Mark Esper derzeit nicht notwendig, das Schiff zu evakuieren. „Ich denke nicht, dass wir an diesem Punkt sind“, sagte Esper dem Sender CBS am Dienstag. „Wir verlegen eine Menge Vorräte und Hilfe, medizinische Unterstützung auf den Träger in Guam“, sagte der Minister weiter.

          Kapitän Brett Crozier hatte hingegen zuvor laut Medienberichten in einem Brief Alarm geschlagen und um die Evakuierung des Schiffs mit mehr als 4000 Besatzungsmitgliedern gebeten. Die Ausbreitung des Virus an  Bord beschleunige sich, wurde er zitiert.

          Laut den Zeitungen „San Francisco Chronicle“ und „New York Times“ bat Crozier darum, fast die gesamte Besatzung auf der Pazifikinsel Guam, wo sich die „USS Theodore Roosevelt“ derzeit befindet, von Bord zu holen und unter Quarantäne zu stellen. „Wir befinden uns nicht im Krieg. Es müssen keine Seeleute sterben“, schrieb er diesen Berichten zufolge.

          Der Flugzeugträger liegt derzeit mit mehr als 4000 Besatzungsmitgliedern vor der Pazifikinsel vor Anker. Nach Medien-Berichten gibt es an Bord mindestens 100 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Keiner sei schwer erkrankt, sagte Esper. Auf Guam befindet sich ein Stützpunkt der Marine. Es gibt dort aber nicht ausreichend Betten für alle Besatzungsmitglieder des Flugzeugträgers.

          Die Situation weise „einmalige Umstände“ auf, hatte zuvor der amtierende Marineminister Thomas Modly dem Nachrichtensender CNN gesagt. Ein hochgerüstetes und nuklearbetriebenes Schiff könne nicht einfach komplett evakuiert werden. Zudem gebe es auf Guam nicht genügend Kapazitäten, um alle Besatzungsmitglieder unterzubringen. Die gesamte Besatzung solle auf das Virus getestet werden. Am Freitag hatte die Marine von acht Infektionen gesprochen.

          Der Flugzeugträger hatte vor Guam in Vietnam angelegt. Ob sich die ersten Marinesoldaten dort ansteckten, war aber unklar.

          Weitere Themen

          „Wir sind eine sehr freie Gesellschaft“ Video-Seite öffnen

          Regierungschefin Hongkongs : „Wir sind eine sehr freie Gesellschaft“

          Nach Protesten gegen ein von Peking geplantes Sicherheitsgesetz hat sich Carrie Lam an die Bevölkerung gewandt. Man solle abwarten, was genau der Gesetzestext besagen wird, so Lam. Sie betonte, Hongkong bleibe „eine sehr freie Gesellschaft“.

          Topmeldungen

          In Schieflage: Hauptsitz der Awo Frankfurt an der Henschelstraße

          Awo Frankfurt : Dokument der Maßlosigkeit

          Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt fasst in seinem Zwischenbericht nüchtern zusammen, was die Sonderprüfung des Kreisverbands Frankfurt ergeben hat. Die beschriebenen Zustände grenzen ans Absurde.
          Ein am Computer erstelltes Bild, das aus vielen langzeitbelichteten Fotos zusammengestellt wurde. Zu sehen sind die Starlink-Satelliten am Himmel über Salgotarjan im Norden von Ungarn.

          Raumfahrt und Geschäft : Die Cruise-Missile der Nasa

          Die Raumfahrt ist zum Geschäft geworden: Am Mittwoch starten Astronauten erstmals mit einer Rakete aus Elon Musks Unternehmen Space X zur Raumstation. Jetzt geht die Nasa noch einen Schritt weiter – und setzt auf einen Hollywood-Star.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.