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Urteil gegen „Morgenröte“ : Griechenland hat die Probe bestanden

Ausschreitungen während der Urteilsverkündung in Athen Bild: dpa

Griechenland hat sich trotz größter Gefährdungen und Bedrohungen die parlamentarische Demokratie bewahrt. Das zeigt auch das Urteil gegen die „Goldene Morgenröte“.

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          Griechenland hat ein turbulentes Jahrzehnt hinter sich, doch selbst in den übelsten Zeiten der Überschuldungskrise drohte eine Gefahr nie: Dass die Generäle wie zwischen 1967 und 1974 die Macht übernehmen. Trotz Massenarbeitslosigkeit, einem für die Eurozone beispiellosen Absturz der Wirtschaft mit einer Rezession von zehnjähriger Dauer: Die parlamentarische Demokratie war in Griechenland nie gefährdet.

          Das zeigt auch das nun ergangene Urteil gegen die Führung der „Goldenen Morgenröte“, einer Partei, die Griechenlands Demokratie am liebsten abgeschafft hätte zugunsten einer Autokratie wie in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Unter den rechtsextremen Parteien in der EU war die „Morgenröte“ besonders radikal. Symbolische Anleihen beim Nationalsozialismus waren gewollt.

          Dass diese Partei 2012 in das Athener Parlament einzog und 2015 sogar drittstärkste Kraft dort wurde, war beängstigend. Doch die demokratische griechische Parteienlandschaft – und nach anfänglichem Zögern auch die Justiz – haben entschlossen reagiert. Die Parteien einigten sich auf eine konsequente Ausgrenzung.

          Die Mühlen der Justiz setzten sich 2015 in Bewegung. Der Prozess gegen die „Morgenröte“ entblößte die selbsternannten Vaterlandsverteidiger als geldgierige, zerstrittene Clowns, was auch der Wählerschaft dämmerte. Griechenlands Demokratie hat die Probe bestanden, welche die „Goldene Morgenröte“ ihr auferlegen hat.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

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