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Pläne der Urlaubsländer : Wo können wir diesen Sommer hinfahren?

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Mit der Ausnahme der Regionen von Barcelona, Girona und Segovia können von nächster Woche an im Rest des Landes wieder Hotels, Ferienwohnungen sowie Restaurants und Bars öffnen. Das geschieht aber mit deutlich reduzierter Kapazität: Restaurants dürfen laut dem Stufenplan ihre Gäste vorerst nur draußen an der Hälfte der Tische bedienen. Nur an wenigen Stränden darf man bisher ins Wasser. Behörden haben noch nicht entschieden, wie sie den Zugang zum Meer beschränken werden. So könnten gesonderte Zeiten für Kinder geschaffen werden, um die Ansteckungsgefahr von älteren Menschen zu verringern. Statt mit Abtrennungen aus Plexiglas wie in Italien experimentiert man im andalusischen Vélez-Málaga mit Parzellen mit dem Sicherheitsabstand, die ein Traktor mit einer Walze im Sand markiert. (hcr.)

Italien

Im italienischen Tourismus, der mit einem Jahresumsatz von zuletzt 270 Milliarden Euro etwa 15 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes ausmachte, herrscht so etwas wie der Zwang zur Zuversicht: Von der Sommer- und Herbstsaison 2020 wird gerettet, was zu retten ist. Der Totalausfall vom Frühjahr darf sich nicht wiederholen.

Deshalb machen die Interessenvertreter der gut 52.000 Unternehmen des Sektors sowie die besonders vom Fremdenverkehr abhängigen Regionen an der Küste und in den Bergen mächtig Druck auf die Regierung in Rom. Und die Regionen preschen selbst vor mit der Wiedereröffnung von Restaurants und Hotels, auch von Stränden und Seeufern. In Südtirol etwa, wo im vergangenen Jahr knapp die Hälfte der rund 34 Millionen Übernachtungen auf Besucher aus Deutschland entfielen, sollen Gastronomie und Hotellerie am 11. beziehungsweise am 25. Mai wieder an den Start gehen. Vor Pfingsten sollen dort auch die Seilbahnen wieder verkehren, die Wander- und Radwege wieder zugänglich sein.

Ein Sinnbild der deutschen Italiensehnsucht: das Städtchen Sorrent nahe Neapel

Manches spricht dafür, dass die Regierung in Rom dem Drängen der Regionen nachgeben und ihrerseits die erst für Juni geplante landesweite Öffnung von Restaurants und Cafés auf Mai vorziehen wird. Vom 18. Mai an sollen außerdem im ganzen Land Museen und Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen.

Die Fremdenverkehrswirtschaft drängt auch auf eine Öffnung der Grenzen zu Österreich und der Schweiz vor dem Beginn der Hauptsaison im Sommer sowie auf bilaterale Reiseabkommen mit den Nachbarstaaten sowie mit Deutschland. Denn allein diese drei Länder machten zuletzt etwa ein Drittel der ausländischen Gäste im Belpaese aus. Sobald die Grenzen offen sind, könnten auch Besitzer von Ferienhäusern endlich wieder ins Land. Ob und wie private Buchungen (Airbnb, homeaway etc.) wieder zugelassen werden, ist noch ungewiss.

Jedenfalls werden in den Strandbädern an der gut 7000 Kilometer langen Küste schon seit Tagen eifrig Vorbereitungen und Vorkehrungen getroffen für eine Sommerfrische in Koexistenz mit dem Coronavirus: mehr Abstand zwischen Liegen und Sonnenschirmen, gestaffelte Badezeiten, besondere Hygienevorkehrungen bei der Bewirtung und in den sanitären Anlagen. (rüb.)

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