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Studie zur Unzufriedenheit : Woher kommt der EU-Verdruss?

Noch immer für „Leave“: Pro-Brexit-Demonstrant in London Bild: AFP

Die Basis der Europäischen Union ist schon längst ins Wanken geraten. Großbritannien ist nicht das einzige Land, in dem Stimmen zum Austritt laut wurden. Aber welchen Ursprung hat dieser Verdruss? Eine EU-Studie deckt auf.

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          Die europäische Wut hat ein Gesicht, es ist das eines älteren, missmutigen, ungebildeten weißen Mannes. Zu lange, findet jedoch Andrés Rodríguez-Pose von der London School of Economics, hätten sich die Populismusforscher mit diesem idealtypischen Establishment-Schreck aufgehalten. Der Wirtschaftsgeograph glaubt, seine Zunft könne das Phänomen stichhaltiger erklären. Entscheidend sei nämlich, wo ein Wähler lebt. Den Brexit und die Wahlerfolge von Populisten in Europa oder auch Donald Trumps Sieg in Amerika erklärt Rodríguez-Pose zu „Racheakten der Orte, die keinen kümmern“.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          In seinem Aufsatz „The Revenge of the Places that Don’t Matter“ beklagte der Spanier voriges Jahr, die Fachleute hätten sich im „Jahrhundert der Städte“ so intensiv mit Problemen in Ballungsräumen befasst, dass sie die eigentliche Gefahr übersehen hätten, die das System ins Wanken bringe. Leute in Gegenden, „die sich nostalgisch an bessere Zeiten erinnern und denen wiederholt gesagt wurde, dass die Zukunft anderswo liegt, haben die Wahlurne als Waffe benutzt“. Die Nostalgie ist nicht nebensächlich. Die Revolte gegen die politische Klasse entspringe nämlich nicht unbedingt in den ärmsten Regionen, sondern in Gegenden, die vergangener Bedeutung nachtrauerten.

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