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Unterstützung Assads : Russland setzt Luftangriffe in Syrien fort

  • Aktualisiert am

Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte diese Aufnahmen, die Luftangriffe russischer Flugzeuge in Syrien zeigen sollen. Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten werfen Russland vor, in Syrien nicht nur die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ anzugreifen, sondern auch von den Amerikanern unterstützte Rebellen. Die russische Regierung weist die Vorwürfe zurück.

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          Russische Kampfflugzeuge haben ihre Luftangriffe in Syrien fortgesetzt. Die Streitkräfte hätten in der Nacht zum Donnerstag vier Stellungen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) bombardiert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau am Donnerstag. Russland habe derzeit mehr als 50 Flugzeuge und Militärhubschrauber in Syrien stationiert, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Syrische Aktivisten berichteten von russischen Luftangriffen im Norden des Landes. Sie hätten Ziele nahe der Stadt Idlib angegriffen.

          Zuvor hatten die Vereinigten Staaten Russland einen Luftangriff auf syrische Partner der Amerikaner vorgeworfen. Zu den Zielen der russischen Angriffe vom Mittwoch soll mindestens eine Rebellengruppe gehören, die von dem amerikanischen Geheimdienst CIA ausgebildet wurde, berichtete die „New York Times“ in der Nacht auf Donnerstag unter Berufung auf Regierungsvertreter in Washington. Über den genauen Ort, Umfang und mögliche Opfer des Angriffs wurde zunächst nichts bekannt. Nach einem Bericht des „Wall Street Journals“ stand eine Region im Westen Syriens im Fokus der russischen Angriffe. Die Gegend werde vorwiegend von Oppositionellen mit Verbindung zu den Amerikanern kontrolliert, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise.

          Angesichts der Verärgerung der Amerikaner über Russlands Angriffe sollen Militärvertreter beider Seiten schnellstmöglich zu einem Gespräch zusammenkommen. „Wir haben uns über die Notwendigkeit verständigt, so bald wie möglich - vielleicht sogar schon morgen, jedenfalls so schnell wie möglich - ein Gespräch auf militärischer Ebene zur Entschärfung des Konflikts zu führen“, sagte der amerikanische Außenminister John Kerry, als er in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow gemeinsam vor die Presse trat.

          Die Außenminister Russlands und der Vereinigten Staaten, Sergej Lawrow (links) und John Kerry, am Mittwoch bei einem Treffen in New York
          Die Außenminister Russlands und der Vereinigten Staaten, Sergej Lawrow (links) und John Kerry, am Mittwoch bei einem Treffen in New York : Bild: AP

          Amerikaner wollen Dialog fortsetzen

          Kerry fügte hinzu, trotz der Besorgnis der Vereinigten Staaten über Russlands Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die Auswahl der Ziele in Syrien für die ersten russischen Luftangriffe habe er mit Lawrow Ideen entwickelt, wie ein politischer Prozess zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien vorangetrieben werden könnte. Diese würden sie nun jeweils intern mit den beiden Staatschefs, Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin, erörtern.

          Seine Regierung werde den Dialog mit Russland mit Sicherheit fortsetzen, sagte Kerry. Beide Seiten seien sich einig, dass „eine Eskalation auf jeden Fall vermieden“ werden müsse. Lawrow hob die Gemeinsamkeiten hervor: „Wir alle wollen, dass Syrien demokratisch, geeint, säkular ist. Ein Syrien, das allen ethnischen Gruppen eine Heimat gibt und deren Rechte garantiert, aber wir haben ein paar Differenzen über die Details, wie wir dort hin kommen können.“ Der russische Außenminister bestätigte, dass es „bald“ ein Treffen von russischen und amerikanischen Militärvertretern geben solle.

          Lawrow ließ in einer Stellungnahme mitteilen, die „Gerüchte“, dass es sich bei den Zielen der Luftangriffe nicht um Stellungen des IS gehandelt habe, seien „unbegründet“. Es gebe auch „keine Hinweise“ darauf, dass bei den Angriffen Zivilisten getötet worden seien. Lawrow betonte abermals , dass Russland auf Bitte von Syriens Staatschef Baschar al-Assad in dem Bürgerkriegsland eingegriffen habe. Es gehe dabei „ausschließlich“ um den Kampf gegen den IS und „andere Terrorgruppen“, hieß es in der Stellungnahme, die auch vom Außenministerium in Moskau verbreitet wurde.

          Russland hatte am Mittwoch erstmals Luftangriffe in Syrien geflogen. Die Attacken richteten sich laut der Regierung in Moskau gegen Stellungen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Verteidigungsminister Ashton Carter sagte hingegen, es sehe nicht danach aus, dass die Angriffe von Dschihadisten gehaltene Gebiete getroffen hätten. Kerry beschwerte sich über das russische Vorgehen bei Lawrow, wie ein ranghoher Beamter sagte. Verärgert zeigten sich die Vereinigten Staaten auch über die Art und Weise, wie sie über die bevorstehenden Luftangriffe informiert wurden.

          Unterdessen dringt China auf eine politische Lösung der Krise. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht tatenlos zusehen, erklärte Außenminister Wang Yi an diesem Donnerstag seinem Ressort zufolge bei einem Treffen des UN-Sicherheitsrates. Sie „sollte sich aber auch nicht willkürlich einmischen“. Seinem syrischen Kollegen Wald al-Moallem sagte Wang amtlichen Angaben zufolge zudem, die Weltgemeinschaft müsse die Souveränität Syriens respektieren. Die Volksrepublik hält sich in der Nahost-Politik trotz ihrer Abhängigkeit von Öllieferungen aus der Region weitgehend zurück und hat sich im UN-Sicherheitsrat bisher zumeist der Position Russlands angeschlossen.

          Syrien : Unklarheit über russische Luftangriffe

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