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Unmut in China : Kritik an Militärpakt zwischen Amerika und Australien

Außenministerin Hillary Clinton zu Besuch auf einem Flugzeugträger der Vereinigten Staaten im Hafen der philippinischen Hauptstadt Manila. Bild: dpa

Das verstärkte Engagement Amerikas im Pazifik findet nicht Indonesiens Beifall, wo man nach dem amerikanisch-australischen Militärpakt einen Teufelskreis der Reaktionen befürchtet.

          Amerikas verstärktes Engagement im Pazifik stößt in Asien auf erste Kritik. Der indonesische Außenminister Marty Natalegawa kommentierte den Militärpakt zwischen den Vereinigten Staaten und Australien, den viele gegen China gerichtet sehen, mit den Worten: „Was ich äußerst ungern sehen würde, wäre, wenn das Abkommen eine Reaktion und eine Gegenreaktion provozieren würde, die einen Teufelskreis aus Spannungen und Misstrauen schaffen würden.“ Indonesien ist Gastgeber des Ostasiatischen Gipfels in Nusa Dua, zu dem an diesem Freitag auch der amerikanische Präsident Obama erwartet wird.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Vor seiner Abreise nach Bali besuchte Obama die nordaustralische Stadt Darwin, wo in den nächsten Jahren 2500 amerikanische Soldaten stationiert werden sollen. Am Morgen hatte er in einer Rede vor dem australische Parlament in Canberra betont, dass Amerika kooperative Beziehungen mit China anstrebe, aber zugleich die Volksrepublik kritisiert.

          Der indonesische Außenminister Marty Natalegawa befürchtet, dass die Rivalität zwischen China und den Vereinigten Staaten im Pazifik zunehmen wird.

          Amerika werde weiterhin offen mit Peking „über die Aufrechterhaltung internationaler Normen und den Respekt vor den Menschenrechten des chinesischen Volkes“ sprechen, sagte Obama. „Wir brauchen ein Wachstum, das fair ist, bei dem sich jede Nation an die Regeln hält, bei dem gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen herrschen, bei dem geistiges Eigentum und neue Technologien geschützt sind - und wo sich Währungen nach dem Markt ausrichten, so dass kein Land einen unfairen Vorteil hat.“

          Obama: „Amerika ist hier, um zu bleiben.“

          Obama bekräftigte, dass der asiatisch-pazifische Raum zur neuen Priorität seiner Politik geworden sei: „Als Präsident habe ich die wohlüberlegte und strategische Entscheidung getroffen, dass die Vereinigten Staaten als eine pazifische Nation eine größere und langfristige Rolle bei der Gestaltung der Region und ihrer Zukunft spielen wird.“ Obama sagte: „Amerika ist hier, um zu bleiben.“

          China, das ebenfalls am Ostasiatischen Gipfel teilnimmt, ließ am Donnerstag seinen Unmut erkennen. „Ob Stärkung und Ausbau militärischer Bündnisse im gemeinsamen Interesse der Länder dieser Region liegen, ist es wert, diskutiert zu werden“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

          Deutliche Kritik wurde in chinesischen Zeitungen am Besuch der amerikanischen Außenministerin Clinton auf den Philippinen laut. Frau Clinton hatte unter anderem einen Termin bei der Marine wahrgenommen und der Regierung in Manila am Mittwoch ein zweites Kriegsschiff zugesagt. Die Philippinen stehen - wie auch Vietnam - in offenem Streit mit China um Inseln im Südchinesischen Meer. Beide Länder haben in den vergangenen Monaten um ein stärkeres Engagement Amerikas in der Region und um Unterstützung geworben.

          Präsident Barack Obama mit der australischen Ministerpräsidentin Julia Gillard (rechts) beim Staatsbesuch in Australien.

          Die Philippinien würden sich, so lange es geht, alleine um ihre Sicherheit kümmern, sagte Verteidigungsminister Gazmin. „Aber wenn es hart auf hart kommt, ist es beruhigend, jemanden hinter sich zu wissen.“ Erste Stimmen warnen schon vor einem Riss in der „Vereinigung Südostasiatischer Nationen“ (Asean).

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