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Unicef-Bericht : Boko Haram soll fast 1000 Kinder entführt haben

  • Aktualisiert am

Freigelassene nigerianische Schuldmädchen, hier auf einem Foto Ende März 2018 Bild: AFP

Viele der in den vergangenen fünf Jahren entführten Kinder sind zwar wieder frei, doch noch immer befinden sich über 100 Mädchen unter Kontrolle der Boko Haram. Die Terrorgruppe soll auch für andere Greueltaten in Nigeria verantwortlich sein.

          Die Terrorgruppe Boko Haram hat seit 2013 mehr als 1000 Kinder im Nordosten Nigerias entführt. Darunter sind auch die 276 Mädchen, die aus einer Schule in Chibok verschleppt wurden, teilte Unicef am Freitag zum vierten Jahrestag der Massenentführung am 14. April 2014 mit. Inzwischen konnten viele fliehen oder kamen durch Lösegeld oder Gefangenenaustausch frei. Doch noch immer warteten die Familien von über 100 der Mädchen auf die Rückkehr ihrer Töchter, so das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

          „Der vierte Jahrestag der Chibok-Entführung ist eine Erinnerung daran, dass Kinder im Nordosten Nigerias weiterhin in schockierend hoher Zahl Opfer von Angriffen werden“, sagte der Leiter von Unicef in Nigeria, Mohamed Malick Fall. „Sie werden immer wieder gezielt angegriffen und sind brutaler Gewalt zu Hause, in Schulen und an öffentlichen Plätzen ausgesetzt.“

          Der Angriff auf eine Schule in Dapchi, bei dem vor kurzem fünf Mädchen getötet wurden, sei der jüngste Hinweis darauf, dass es kaum noch sichere Orte für Kinder in Nordost-Nigeria gibt, sagte Fall. „Diese wiederholten Angriffe auf Kinder in Schulen sind völlig skrupellos.“ Heranwachsende hätten ein Recht auf Bildung und Schutz; das Klassenzimmer müsse ein sicherer Ort sein.

          Seit Beginn des Konflikts in Nordost-Nigeria vor etwa neun Jahren seien mindestens 2295 Lehrkräfte getötet und mehr als 1400 Schulen zerstört worden, so das Hilfswerk. Die meisten Schulen konnten wegen der schweren Beschädigung oder anhaltender Gewalt nicht wieder öffnen.

          Die nigerianischen Behörden haben laut Unicef zugesagt, Schulen sicherer zu machen und besser vor Angriffen zu schützen. Die Organisation fordert ein Ende der Angriffe auf Schulen und aller schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder.

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