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Ungarns Regierungschef : Orbáns antiliberales Weltbild

Preist die nationale Größe Ungarns: Ministerpräsident Viktor Orban. Bild: Reuters

Viktor Orbán geht in die ideologische Offensive. In einem Aufsatz propagiert Ungarns Ministerpräsident den „konservativen Aufstand“ gegen die „liberale geistige Unterdrückung“. Was steckt dahinter?

          3 Min.

          Viktor Orbán hat dieser Tage einen Essay in der Zeitung „Magyar Nemzet“ veröffentlicht, die der Partei Fidesz des ungarischen Regierungschefs nahesteht. Er entwickelt darin seine Vorstellung von einem konservativen „Aufstand gegen die liberale geistige Unterdrückung“, der in Europa und der westlichen Welt immer breitere Unterstützung finde. Auch wenn er das nicht ausdrücklich so sagt, stellt sich Orbán selbstverständlich als Anführer dieses „Aufstands“ dar.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Worum es Orbán geht, ist eine antagonistische Unterscheidung zwischen konservativer christlicher Demokratie, die er für sich in Anspruch nimmt, und Liberalismus. Vorstellungen wie die der CDU, dass innerhalb einer christlich-demokratischen Partei konservative, soziale und liberale Strömungen existieren, lehnt er mithin ab. Stattdessen propagiert er vier plakative Leitsätze: „Unsere nationalen und christlichen Grundsätze sind nicht liberal. Sie sind vor dem Liberalismus entstanden. Sie stehen dem Liberalismus gegenüber. Der Liberalismus vernichtet sie heute.“ Welche Grundsätze das sind, umreißt er mit den Begriffen Nation, Familie, religiöse Tradition.

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