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Ungarischer Streit um Gemälde : Wem gehören Johannes und seine Jünger?

Der Zankapfel: Das Gemälde „Predigt Johannes des Täufers“ hängt im Museum der Bildenden Künste in Budapest. Bild: INTERFOTO

Die ungarische Regierung streitet mit der Adelsfamilie Batthyány um ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert. Wem steht es zu? Darüber ist sich nicht einmal die Magnatenfamilie selbst einig.

          5 Min.

          Der Streit zwischen der ungarischen Regierung und der einstigen magyarischen Magnatenfamilie Batthyány entzündet sich an einem Gemälde. „Predigt Johannes des Täufers“ heißt es, gemalt vom Niederländer Pieter Bruegel dem Älteren im 16. Jahrhundert. Das Tafelbild zeigt eine Versammlung auf einer Lichtung, die Menge steht um einen Redner in braunem Gewand: Johannes der Täufer. Heute befindet sich das Bild im Museum der Bildenden Künste in Budapest. Und genau das ist der Streitpunkt zwischen Viktor Orbáns Regierung und den Batthyánys. Doch nicht nur unter ihnen herrscht Uneinigkeit. Die gibt es auch innerhalb der Adelsfamilie – darüber, wem das Werk Bruegels zusteht. Und so beschäftigen sich derzeit Gerichte in Österreich und Ungarn mit diesem Fall.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Die Geschichte des Gemäldes reicht mehr als 450 Jahre zurück, doch das, worüber heute gestritten wird, geschah Anfang des 20. Jahrhunderts. Über Jahrzehnte – nachweislich seit 1895, aber wohl auch schon die Jahrzehnte davor – hing Bruegels Werk bei Graf Ivan Batthyány dem Älteren (1850–1935) auf Schloss Csákány in der südwestungarischen Region Südtransdanubien. Dann wurde es ihm abgenommen: 1919 beschlagnahmten die Kommunisten das Werk wie viele andere Kunstschätze des Landes; es kam in das größte Kunstmuseum Ungarns, das Museum der Bildenden Künste in Budapest. Betroffen waren damals auch andere Kunstobjekte des Adelsgeschlechts.

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