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Pressefreiheit in Ungarn : Will Orbán kritische Journalisten zum Schweigen bringen?

Demonstration gegen die Entlassung des Chefredakteurs des Nachrichtenportals Index in Budapest am 24. Juli. Bild: Reuters

Index war das größte regierungskritische Medium Ungarns. Dann wurde der Chefredakteur gefeuert, und fast alle Redakteure kündigten. Kritiker beschuldigen die Regierung Orbán. Aber so klar ist die Sache diesmal nicht.

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          Index, das reichweitenstärkste ungarische Online-Nachrichtenportal, gibt es weiterhin. Es hält einen laufenden Betrieb aufrecht, veröffentlicht Artikel über internationale wie auch ungarische Politik, Wirtschaft, Kultur sowie über Sport. Und doch reden alle, die man fragt, was dort in den vergangenen Wochen eigentlich vorgegangen sei, über Index in der Vergangenheitsform. Als sei die Seite, die während der Corona-Pandemie mit bis zu 1,5 Millionen Zugriffen am Tag alle Rekorde gebrochen hat, nicht mehr als ein noch laufender Todeskandidat.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Ende Juli war es zum Eklat gekommen. Da feuerte Herausgeber László Bodolai den Chefredakteur Szabolcs Dull. Daraufhin verlangte die Redaktion, die Kündigung zurückzunehmen. Da das nicht geschah, kündigte fast das gesamte journalistische Personal, rund 80 Redakteure, von sich aus. Nur aufgrund gesetzlicher Fristen gehen sie vorerst noch ihrer Arbeit nach und stellen Inhalt auf die Seite.

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