https://www.faz.net/-gpf-whgc

„Undiplomatisches Verhalten“ : Iran weist deutschen Diplomaten aus

  • Aktualisiert am

Späte Rache? Präsident Ahmadineschad Bild: AFP

Die iranische Regierung hat einen deutschen Diplomaten ausgewiesen. Das Außenministerin in Teheran begründete die Entscheidung am Sonntag mit „undiplomatischem Verhalten“. Im Sommer war ein iranischer Diplomat aus Deutschland ausgewiesen worden.

          Die iranische Regierung hat einen deutschen Diplomaten ausgewiesen. Das Außenministerin in Teheran begründete die Entscheidung am Sonntag mit „undiplomatischem Verhalten“.

          Ein deutscher Diplomat sei wegen „nicht-diplomatischer Aktivitäten“ ausgewiesen worden, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Mohammed Ali Hosseini am Sonntag in Teheran. Einzelheiten nannte der Sprecher nicht, ebenso wenig, ob der Deutsche direkt in die angeblich „nicht-diplomatischen Aktivitäten“ verwickelt gewesen sei. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin hatte am Samstag lediglich bestätigt, dass ein deutscher Diplomat Iran verlassen habe. Zu den Hintergründen wollte sie sich nicht äußern.

          Verbotene Kontakte

          Es wird vermutet, dass die Ausweisung eine Reaktion auf eine ähnliche Entscheidung Deutschlands im Juli vergangenen Jahres darstellt. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete im Dezember, dass der betroffene iranische Diplomat Kontakt zu einer Spezialfirma in Bayern aufgenommen habe, um offenbar ein Bauteil für das Programm zur Urananreicherung zu beschaffen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Iran mehrfach aufgefordert, dieses Programm einzustellen.

          Die Vereinten Nationen haben gegen Iran Sanktionen verhängt, um die Regierung des Landes zur Aufgabe ihres Atomprogramms zu bewegen. Die Staatengemeinschaft fürchtet, dass die Islamische Republik unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomkraft nach Atomwaffen strebt. Iranische Forscher betreiben seit vergangenem Jahr wieder massiv die Anreicherung von Uran. Atomwaffen in der Hand der islamischen Herrscher in Teheran werden vom Westen als eine unkalkulierbare Bedrohung für die Stabilität der gesamten Nahost-Region betrachtet. Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad hatte mehrfach Israel mit der Vernichtung gedroht.

          Weitere Themen

          Macron weist Brexit-Pläne von Johnson zurück Video-Seite öffnen

          Klare Absage : Macron weist Brexit-Pläne von Johnson zurück

          Macron hat vor seinem Treffen mit dem britische Premierminister Johnson dess Brexit-Plänen eine klare Absage erteilt. Eine Neuverhandlung des Austritts-Abkommens sei keine Option, sagte der französische Präsident .

          Topmeldungen

          Ziel geopolitischer Interessen : Die Tragödie der Arktis

          Je schneller das Eis in der Arktis schmilzt, desto größer werden die konkurrierenden Begehrlichkeiten. Man kann an diesem Theater ablesen, wie sich die politischen Interessen verschoben haben.

          Ringen um den Brexit-Deal : Macron erwartet von Johnson neue Erklärungen

          Berlin und London haben im Streit über den britischen EU-Austritt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Für Frankreich sei eine Neuverhandlung des EU-Austritts auf der Grundlage der bisherigen Vorschläge von Johnson jedoch „keine Option“, sagt Macron.

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Gedächtnisschwäche und Meinungsbildung

          Grönland-Debatte, Fleischkonsum oder Greta Thunberg: Schaffen die Medien unsere Wirklichkeit, oder bilden sie diese nur ab? Das war das eigentliche Thema dieses Abends, der an fast vergessene Ereignisse der letzten Wochen erinnerte.
          Glück im Spiel, Pech an der Börse? Gamer auf der Gamescom in Köln

          Gamescom : Gamer haben an der Börse keinen Spaß

          Das vergangene Jahr war für viele Entwicklerfirmen ein schlechtes Jahr. Das lag vor allem an einem Spiel. Warum Analysten trotzdem weiterhin auf die Gaming-Papiere setzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.