https://www.faz.net/-gpf-9v176

„Unbestreitbare Verdienste“ : Warum Moskau Soleimani preist

Am 30. Dezember wurde Irans Außenminister Zarif herzlich vom russischen Außenminister Lawrow in Moskau empfangen. Bild: EPA

Angeblich hatte der iranische General 2015 persönlich im Kreml vorgesprochen, um Putin zum Militäreinsatz in Syrien zu bewegen. Jetzt spricht Russland in der Region ein entscheidendes Wort mit.

          2 Min.

          Russlands Außenministerium hat „dem iranischen Volk“ sein „aufrichtiges Beileid“ ausgedrückt: Qassem Soleimani habe „treu den nationalen Interessen Irans gedient“, hieß es in einer Erklärung. Die Tötung des iranischen Generals durch die Vereinigten Staaten wurde als „abenteuerlicher Schritt“ verurteilt, der zu wachsenden Spannungen im ganzen Nahen Osten führen werde. Und das russische Verteidigungsministerium würdigte Soleimani als fähigen militärischen Führer, der sich im ganzen Nahen Osten Autorität verdient habe: „Seine persönlichen Verdienste im Kampf gegen den ,Islamischen Staat‘ auf dem Gebiet Syriens sind unbestreitbar.“

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Russland hatte zu Soleimani vermutlich eine ganz besondere Beziehung. Kurz vor Beginn des militärischen Eingreifens Russlands in Syrien im September 2015 gab es erste Berichte über eine Reise des Führers der iranischen Revolutionsgarden nach Moskau und ein geheimes Treffen mit Präsident Wladimir Putin. Die Nachrichtenagentur Reuters, arabische und iranische Medien stellten kurz darauf unter Berufung auf ranghohe Quellen einen Zusammenhang zwischen dieser Reise und dem Beginn der russischen Luftschläge auf die Gegner des syrischen Gewaltherrschers Baschar al Assad her. Laut Reuters war es Soleimani, der die russische Führung davon überzeugt habe, dass ihr Eingreifen zur Rettung Assads nötig sei und dass sie dabei etwas zu gewinnen habe.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Christian Lindner, Olaf Scholz und Annalena Baerbock im Juni in Berlin

          Analyse der Bundestagswahl 2021 : Welche Koalition wollen die Wähler?

          Wie die SPD im Lauf des Wahlabends aufholte, wieso die Kandidaten für diese Wahl entscheidend waren – und warum die FDP bei den Erstwählern die Grünen abhängt.
          Sorgt sich nicht nur um Frankreichs Größe nach dem U-Boot-Streit mit Amerika und Großbritannien: Präsident Emmanuel Macron

          Macron und der Pazifik-Pakt : Zorn über den britischen Dolchstoß

          Macron dringt nach dem Pazifik-Pakt auf Europas Souveränität in der Verteidigung. Für den französischen Präsidenten enthüllt das Bündnis das außenpolitische Spaltpotenzial des Brexits.
          Heiterer Moment: Angela Merkel im Februar 2018 bei der Vorstellung von Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Generalsekretärin in Berlin

          Merkels Humor : Lachen, bis der Bauch wehtut

          In der Öffentlichkeit gab sich Angela Merkel oft spröde, dabei war sie hinter verschlossenen Türen voller Witz und Ironie. Zeit für eine Enthüllung.