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Bestrafung von Studenten : Vereinte Nationen verurteilen Auspeitschung im Iran

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Unter den Augen der Mullahs: Fußgänger in Teheran vor einem Wandgemälde der Ayatollahs Ali Chameinei (l.) und Musawi Chomeini Bild: AP

Nach einer Abschlussfeier waren 35 Studenten mit je 99 Peitschenhieben bestraft worden. Ihr Vergehen: Alkoholkonsum, unangemessene Kleidung und unzüchtiges Verhalten. Die Vereinten Nationen haben nun reagiert.

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          Die Vereinten Nationen haben die Auspeitschung von 35 Studenten im Iran verurteilt. Die Strafe sei „grausam, unmenschlich und erniedrigend“ sowie „vollkommen unangemessen“, kritisierte das UN-Hochkomissariat für Menschenrechte (OHCHR) am Dienstag in Genf. Die jungen Männer und Frauen hatten laut staatlichen iranischen Medien vergangenen Donnerstag in Qazvin nördlich von Teheran ihre Abschlussprüfung gefeiert und waren im Anschluss wegen Alkoholkonsums, unangemessener Kleidung und unzüchtigem Verhalten zu je 99 Peitschenhieben verurteilt worden. Die Strafe sei innerhalb von 24 Stunden vollstreckt worden, hieß es.

          Die Vereinten Nationen kritisierten, die Auspeitschung könne als Folter bezeichnet werden. Bereits in der Vergangenheit hätten sich der UN-Ausschuss gegen Folter sowie der zuständige UN-Sonderberichterstatter zutiefst besorgt angesichts dieser Form der Bestrafung geäußert, besonders mit Blick auf die Anwendung bei Frauen. Die iranischen Behörden seien aufgefordert, diese grausame und erniedrigende Bestrafung abzuschaffen, die unter internationalem Recht und durch das Übereinkommen gegen Folter verboten sei, hieß es.

          Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), hatte die Auspeitschung am Montag als „grausam und unmenschlich“ kritisiert. Aufgrund der Schnelle des Verfahrens gebe es zudem Zweifel daran, dass rechtsstaatliche Grundsätze eingehalten worden seien.

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