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Letzte Instanz : UN-Tribunal verurteilt Karadžić zu lebenslanger Haft

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Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadžić Bild: AFP

Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadžić war vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag 2016 zu 40 Jahren Haft verurteilt worden. Er ging in Berufung – und muss nun ein härteres Urteil hinnehmen.

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          Gut 20 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica ist der politisch Hauptverantwortliche, der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadžić zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das entschieden die Richter des UN-Tribunals im Berufungsverfahren am Mittwoch in Den Haag. In erster Instanz war Karadžić noch zu 40 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist endgültig.

          Das Berufungsurteil wurde vom sogenannten Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe gefällt, ein Gericht, das als Rechtsnachfolger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) agiert.

          Der heute 73 Jahre alte Karadžić war 2016 in erster Instanz zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden für tausendfachen Mord, Verfolgung und Zwangsvertreibungen von bosnischen Muslimen. Der frühere Psychiater gilt als politisch Hauptverantwortlicher für den Völkermord von Srebrenica. Im damaligen Balkan-Krieg hatten serbische Einheiten unter General Ratko Mladic im Sommer 1995 die UN-Schutzzone überrannt und dann etwa 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet.

          Das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte bereits im Juli 1995, noch während des Krieges in Bosnien-Hercegovina, Anklage gegen Karadžić erhoben. Der 2009 begonnene Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik gehört zu den aufwendigsten, die das Tribunal in seiner schon fast ein Vierteljahrhundert währenden Geschichte geführt hat.

          An knapp 500 Prozesstagen wurden fast 590 Zeugen vernommen, nahezu 340 für die Anklage und etwa 250 für die Verteidigung. Die Anklagebehörde brauchte länger als zwei Jahre, von April 2010 bis Mai 2012, um ihre Beweise vorzubringen. Die Verteidigung reagierte darauf vom Herbst 2012 bis zum Frühjahr 2014. Karadžić verteidigte sich selbst.

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